NABU Schorndorf und Umgebung e.v. Dies ist die Druckversion eines Artikels aus dem Online-Angebot des
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/ Fauna und Flora / Vögel
Stand: 17.03.2010
Autor: Wolfgang Schnabel
Copyright: NABU Schorndorf und Umgebung e.V.
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Die Vogelwelt des Mittleren Remstals

(Autor Wolfgang Schnabel)

Vorbemerkungen

Nach über 50 Jahren Vogelbeobachtung scheint es angebracht, die Beobachtungsdaten wenigstens in Kurzform darzustellen. Es standen Aufzeichnungen zur Verfügung, die bis 1955, in einigen Fällen bis 1948 zurückreichen. Aus den 50er Jahren waren dies Tagebücher von Dr. Paul Bühler ( gest. 2002) und die Beobachtungskartei des DJN (Deutscher Jugendbund für Naturbeobachtung ) OG. Schorndorf. Bei den Beringungsergebnissen konnten Wiederfunde von Dr. Hans Löhrl verwendet werden, die bis in das Jahr 1949 zurückreichen. Ab Anfang der 60er Jahre führte ich eine eigene Kartei, ab den 70er Jahren auch Dr. Jürgen Marx Darüber hinaus standen Notizen von Einzelbeobachtungen von verschiedenen Beobachtern zur Verfügung.

Bühler und Jeserich erstellten etwa 1965 eine "Kritische Artenliste der Vögel des mittleren und unteren Remstales und der umliegenden Keuperhöhen. In dieser sind Beobachtungen vor allem von 1958 - 1964 zusammengefasst.

Bis heute (Stand Ende 2003 ) konnten im Bearbeitungsgebiet 230 freilebende Vogelarten (incl. Unterarten Rassen und Hybride) festgestellt werden. Davon wurden 119 Arten als Brutvögel nachgewiesen. In diesen recht hohen Zahlen sind natürlich auch Arten enthalten, die mittlerweile verschwunden sind, oder nur selten gebrütet haben. Trotzdem zeigt die Liste, dass in unserer Heimat biologisch sehr hochwertige Flächen vorhanden waren und auch heute noch zu finden sind. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass sich die meisten der " besonderen" Arten fast nur noch in den geschützten Flächen nachweisen lassen.

Im Laufe der Jahre konnten weitere 17 nicht einheimische Vogelarten nachgewiesen werden. Diese Zahl ist sicher nicht real, da "Exoten" in der Regel nur ausnahmsweise notiert wurden. Des weiteren liegen Beringungslisten bzw. Auszüge, vor.

Aus Platzgründen werden die Beobachtungen in Kurzform, Material aus Untersuchungen (z.B Höhlenbrüterprogramm ) etwas ausführlicher dargestellt.

Inhalt:


Liste der Vogelarten im Raum Schorndorf
Artenliste der in der Umgebung von Schorndorf schon einmal beobachteten Vogelarten

Irrgäste und Gefangenschaftsflüchtlinge

Bestandsentwicklung

Ankunftsdaten einiger Zugvögel

Zusammenarbeit mit der Vogelwarte Radolfzell

Beringungen
Beringungen im Raum Schorndorf von 1954 bis Ende 2003


Ornithologische Literatur

Beobachter und Beringer (Kursiv) bis 2004 :

In der Artenliste wird aus Platzgründen weitgehend auf die Nennung von Namen verzichtet.

Die nachstehende haben Beobachtungsmaterial zur Verfügung gestellt:

C. Barth / G. Becker / P. Bühler / B. Bubeck / H. Bubeck / W. Bohn / J. Daiss / W. Gatter / U. Getta / C.Haller / F. Härer / G. Härer / E. Jeserich / K. Kaiser / H. Lang / E. Lang / G. Lang / W. Lehnhard / H. Löhrl / J. Marx / R. Mertens / M. Rommel / H. Schmid / W. Schnabel / A. Sombrutzki / M. Stephan / H. Stieber / H. Schlüter / H. Schmid / H. Schwarz / D. Wenger.

Dank:

Zunächst sei den oben genannten Freunden und Bekannten herzlich für die Überlassung Ihres Materiales gedankt. Mein besonderer Dank gebührt Herrn Dieter Rockenbauch aus Geislingen, der mich in den 70er Jahren mit dem "Beringervirus" angesteckt hat. Er machte sich auch die Mühe einer kritischen Durchsicht dieser Arbeit. Bei der Bewältigung der Probleme und Tücken mit dem Computer unterstützten mich Otto Fett, Michael Rommel und nicht zuletzt mein Sohn Marco. Die letzte Durchsicht vor der Fertigstellung übernahm Arnold Sombrutzki.

Kritik / Anregungen:

Bei der Sichtung und Auswertung des Materiales wurde es als erschwerend empfunden, dass Beobachtungen oft in ungeeigneter Weise notiert wurden. Nachstehend möchte ich deshalb Methoden vorschlagen, die auch ein Beobachter mit kleinem Zeitfenster für eine vernünftige Archivierung seiner Daten nutzen kann.

Beobachtungstagebuch : In dieses Buch ( z.B. Kalender ) werden sämtliche Beobachtungen notiert, also z.B. auch Pflanzen, Insekten, Lurche usw. Dieses Tagebuch ist das wichtigste Instrument zur Archivierung von Daten. Wenn die Zeit für die Pflege einer Kartei fehlt, sind diese Daten trotzdem nicht verloren und liefern später für einen Auswerter wichtige Informationen.

Kartei: Für jede Art wird ein Karteiblatt angelegt. Hier werden die Beobachtungen aus dem Tagebuch übertragen. Diese Art der Archivierung ist etwas aufwändiger, sie ermöglicht aber eine schnelle Artbezogene Übersicht. Bei Auswertungen sind Karteien eine wertvolle Hilfe.

GERMAN BIRD NET: Das GBN ist für viele " Birder" eine beliebte Plattform um Beobachtungen bekannt zu machen. Für Bearbeiter einer lokalen Artenliste ergibt sich jedoch eine erhebliche Sucharbeit.

Dokumentationsstelle für die Avifauna Baden-Württemberg: Nahezu alle ernsthaften Beobachter des Landes melden ihre Daten hier. Für die Mitteilung von Beobachtungen stehen Formulare zur Verfügung , die sich bestens bewährt haben. Für den einzelnen ist diese Meldeverfahren mit einem gewissen Schreibaufwand verbunden. Es wäre daher wünschenswert , in Bälde ein EDV-System anzubieten, das die regionale und überregionale Archivierung erleichtert. Wer seine Beobachtungen der Dokumentationsstelle zur Verfügung stellen möchte, möge sich bei Herrn Dr. Jochen Hölzinger, Wasenstr. 7/1 - 71686 Remseck (Mail: jochen.hoelzinger@web.de) melden.

Ausblick: Artenlisten mit lokalem Bezug mögen im Hinblick auf Avifaunen die sich z.B. auf Landesebene oder noch größere Flächen beziehen, durch ihre Kleinräumigkeit unwichtig erscheinen. Wenn wir aber die anhaltenden Flächenverbrauch durch Straßen- Industrie- und Wohnbebauung der letzten Jahre betrachten, ist es für den Naturschutz von ausschlaggebender Bedeutung , wenn fundiertes Material zur Verfügung steht. Aus diesem Grund ist die Dokumentation und langfristige Bestandserfassung möglichst vieler Tier und Pflanzenarten wichtig wie noch nie zuvor. Aus diesem Grund wäre der Aufbau eines Beobachterkreises wertvoll, der alle Beobachtungsdaten zentral speichert. Auch hier wäre eine sinnvolle EDV-Lösung die wichtigste Vorraussetzung.

Vielleicht regt diese Artenliste ja einen der Jungen Naturfreunde an, eine Avifauna auf Kreisebene zu erarbeiten.

Vorgehensweise bei nicht glaubhaften Beobachtungen:

Einige Beobachtungen konnten aus den nachstehenden Gründen in dieser Arbeit keine Berücksichtigung finden:

  • Beobachtungen von seltenen Arten, die ohne glaubwürdige Zeugen zustande kamen.
  • Beobachtungen von seltenen Arten (bzw. deren Bruten), die erst nach einem Zeitraum gemeldet wurden, als eine Bestätigung nicht mehr möglich war.
  • Beobachtungen mit den vorstehenden Merkmalen und von Arten, deren Vorkommen in unserem Raum nicht wahrscheinlich ist.
  • Angaben zu Brutdaten, (z.B. Paardichten) die auf Grund der Menge und Standorte nicht möglich sind.
  • Mündlich überlieferte Beobachtungen z.B. aus "dritter" Hand.