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Stand: 17.03.2010
Autor: NABU Schorndorf und Umgebung
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Der Gartenrotschwanz

Rückblick auf den Diavortrag vom 13. November 1998

"Der Gartenrotschwanz - Relikt einer veränderten Kulturlandschaft?"

Gartenrotschwanz (Klicken zum Vergrößern, 8 kByte )

war das Thema eines Lichtbildervortrages von Kai Grosch. Im Frühjahr beobachtete der Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für Verhaltensphysiologie (Vogelwarte Radolfzell) intensiv die Gartenrotschwänze in den Streuobstwiesen am Haubersbronner Rebberg, eines der besten Gartenrotschwanz-Gebiete in ganz Baden-Württemberg. Die Studien dienen dem jungen Biologen für seine Doktorarbeit; erste Ergebnisse stellte er in der Aula des Burg-Gymnasiums vor:
Dass die Gartenrotschwänze vielerorts immer seltener werden, kann vielerlei Ursachen haben, unter anderem die Zerstückelung oder der Verlust ihrer Lebensräume hier bei uns. Wie weit können sie ausweichen, wenn sie ihr letztjähriges Brutgebiet bei der Rückkehr aus dem Winterquartier ganz gezielt wieder aufsuchen, aber dort keinen geeigneten Lebensraum mehr vorfinden? Kai Grosch beobachtete, daß die Gartenrotschwänze fast die Hälfte ihrer Nahrung am Boden suchen und dies auf Wiesen mit 5 bis 9 cm Vegetationshöhe. Dort können sie rasch und mit relativ wenig eigenem Energieaufwand genügend Nahrung sammeln, um die meist 8 Jungen zu füttern (der Hausrotschwanz hingegen hat i.d.R. 4 Junge zu versorgen, brütet jedoch auch zwei mal im Jahr). Die kleinen Parzellen der Schorndorfer Hangwiesen werden zu verschiedenen Zeitpunkten gemäht und so finden die Vögel immer eine Kurzflorwiese in erreichbarer Nähe. Übrigens: Zur Nahrungssuche entfernen sich die Gartenrotschwänze meist nicht mehr als 15 Meter vom Nistplatz, höchstens jedoch 50 Meter. Ein Beeinträchtigungsfaktor für die Gartenrotschwänze sind also die rasch und stark hochwachsenden Wiesen. Das wiederum hat seine Ursache in dem reichhaltigen Nährstoffangebot - heutzutage gelangen schon allein aus der Luft bereits 40 kg Stickstoff pro Hektar in den Boden!

Manfred Stephan