Tagfalter im BärenbachtalRückblick auf die Führung vom 22. Juli 2007Nachdem es fast den ganzen Vormittag bewölkt und auch regnerisch gewesen war, schien diese Führung schon ins Wasser zu fallen. Aber gegen die Mittagszeit hellte es deutlich auf und so trafen sich die 11 Interessierten auch bei strahlendem Sonnenschein bei den Tennisplätzen in Urbach. Dass die Gruppe so klein war, lag vermutlich an den bis zuletzt unsicheren Wetterverhältnissen und vielleicht hatte auch deshalb der eine oder andere vorgezogen, dann Nachmittag auf den Plüderhäuser Festtagen zu verbringen. Wir machten uns indes auf den Weg, der uns durch die Hohbachwiesen ins Hohbachtal führte. Schon an den Tennisplätzen konnten wir auf einer kleinen Gruppe von Dostpflanzen die ersten Schmetterlinge beobachten: Zwischen Großen Ochsenaugen und Kleinen Wiesenvögelchen tummelten sich auch mehrere Weibchen des Braunen Feuerfalters. Ihnen sollten wir auf unserem Spaziergang noch öfter begegnen, dagegen sahen wir nur ein ziemlich abgeflogenes Männchen. Dies war ein sicheres Zeichen, dass sich die Flugzeit dieser Art dem Ende zuneigte, denn wie bei den meisten Tagfalterarten dauert auch beim Braunen Feuerfalter die Flugzeit der Weibchen länger als die der Männchen. Auf dem Weg zum Waldrand sahen wir weitere typische Wiesenarten: Schachbrett-Falter, Hauhechel-Bläulinge, Tintenfleck-Weißlinge. Am Waldrand konnten wir einen Zitronenfalter und ein Waldbrettspiel erblicken. Dort, wo der Weg durch einen ziemlich dunklen und feuchten Wald führt, entdeckten wir mehrere sehr stattliche Pflanzen der Breitblättrigen Ständelwurz und an einer Roten Heckenkirsche eine Raupe des Kleinen Eisvogels. Diese saß nur knapp einen Meter vom Wegrand entfernt, auf einem der unteren, den Weggraben überragenden Zweige. Das Blatt zeigte die typischen Fraßspuren und die Raupe hielt sich auf der von ihr gebauten Kotrippe auf. Die Raupe verlängert nämlich mit ihrem eigenen Kot die Mittelrippe des Blattes, an dem sie frißt und hält sich in den Fraßpausen meist auf dieser Kotrippe auf. Wo der Weg wieder aus dem Wald führte erschreckten wir einen Faulbaum-Bläuling. Dieser zeigte sich jedoch nicht lang, sondern flog in die Baumwipfel und verkroch sich dort, denn inzwischen war das Wetter wieder deutlich schlechter geworden: Wind war aufgekommen und brachte dicke, schwarze Wolken. Außer ein paar Grünader-Weißlingen konnten wir keine Schmetterlinge mehr sichten. Als es dann auch noch zu regnen begann, zogen wir es vor, den Rückweg anzutreten. Trotz unseres schnellen Rückzugs konnten wir noch ein Tagpfauenauge entdecken, das mit zusammengeklappten Flügeln in der Vegetation saß. Dass dieser prächtige Falter fast schwarze Flügelunterseiten besitzt, war für einige der inzwischen durchnässten Teilnehmer denn doch eine ziemliche Überraschung. Michael Rommel
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