Der KaisermantelRückblick auf die Führung vom 22. Juli 2001Unser diesjährige Schmetterlingsführung stand ganz unter dem Motto "Typische Tagfalterarten
Als die 35köpfige Gruppe am Parkplatz ankam, wurde sie auch schon von einem Kaisermantel-Männchen begrüßt, das die Teilnehmer aufs Genaueste begutachtete. Zu ihm gesellte sich ein Admiral, der sich ebenfalls für die ungewöhnliche Menschen-Ansammlung interessierte. An einem sonnigen Abschnitt des Waldwegs, den wir entlang gingen, hatte ein Waldbrettspiel-Männchen seine Sitzwarte im Seitenstreifen bezogen und unterzog alle durchfliegenden Falter, vor allem Weißlinge, einer eingehenden Prüfung. Dabei ließ er sich auch von unserer Gruppe nicht stören. Wenige Meter weiter verließen wir den Wald und überquerten eine Waldwiese. Hier flogen Große Ochsenaugen, eine unserer häufigsten Tagfalterarten, Hauhechel-Bläulinge, sowie Grünader- und Kleine Kohl-Weißlinge. Im halbschattigen Bereich, in Bachnähe, beobachteten wir C-Falter und Landkärtchen. Im ungemähten Bereich, einer Hochstaudenflur mit Mädesüß, Kohlkratzdistel und Blutweiderich flogen zahlreiche frische Zitronenfalter beiderlei Geschlechts. Man konnte gut beobachten, dass diese Falter eine ausgesprochene Vorliebe für violette Blüten haben. An den Blüten des Blutweiderichs saugte ein Männchen des Faulbaum-Bläulings. Mehrere Rostbraune Dickkopffalter-Männchen brachten erhebliche Unruhe in dieses Treiben. An den sonnigen Abschnitten des Waldwegs, dem wir folgten, sahen wir neben den genannten Arten immer wieder Tagpfauenaugen, Tintenfleck-Weißlinge. Am entferntesten Punkt der Führung, einer recht kleinen Lichtung, beobachteten wir ein Weibchen des Faulbaum-Bläulings bei der Eiablage an den Blüten des Blutweiderichs. Einige Teilnehmer sahen einen Schwalbenschwanz, ein anderer Teil der Gruppe sah derweil ein Weibchen des Braunen Feuerfalters und ein Schornsteinfeger-Männchen. Auf dem Rückweg sahen wir weitere Schornsteinfeger, Männchen wie Weibchen, und noch einen Braunkolbigen Braun-Dickkopffalter, den viele gar nicht als Schmetterling erkannt hätten. Doch nicht nur Schmetterlinge gab es zu sehen. Neben einer Erdkröte und zwei Blindschleichen fanden wir noch vom Buchdrucker befallenes Holz und einen Lederlaufkäfer, eine unserer größten Käferarten. Nicht nur die Botaniker erfreuten sich an dem zahlreich vorhandenen Tausendgüldenkraut. Der rund zweistündige Spaziergang durch die für den Raum Schorndorf typische Waldlandschaft hatte an diesem herrlichen aber heißen Sommertag nicht nur eine willkommene Abkühlung gebracht, die Teilnehmer hatten mit 18 Arten auch rund ein Drittel der im Raum Schorndorf heimischen Tagfalterarten gesehen. Für die meisten von ihnen war das Grund genug, zufrieden nach Hause zu fahren und nicht wenige schlossen den Tag mit einem kühlen Weizenbier ab. Michael Rommel
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