Sensenkurs

Rückblick auf den Sensenkurs vom 7. Juli 2001

Sense

Zum NABU-Sensenkurs bei der Schinderhütte kamen - trotz schlechten Wetters - 15 Teilnehmer von jungem bis fortgeschrittenem Alter. In einer zweistündigen Unterweisung erklärte Heinz Bechtle aus Schwaikheim, wie man mit der Sense umgeht, wie man sie einstellt, dengelt und wetzt. "Nicht aufs Draufschlagen kommt's beim Dengeln an, sondern aufs Treffen" betonte Heinz Bechtle, selbst Sohn eines Schmieds und seit Jahrzehnten im praktischen Naturschutz tätig, selbstverständlich auch mit der Sense. Reges Interesse zeigten gerade die Frauen unter den "Sensenlehrlingen" und übten sich im Dengeln sowie in kräfte- und rückenschonenden Halbkreis-Bewegungen. Bechtle empfahl: Wenn die Wiesen nicht komplett mit dem Rasenmäher bearbeitet werden, sondern wenigstens auf einem Teilstück das Gras mit samt den Wiesenblumen stehen bleibt, so kann der Samen reifen und sich verbreiten. Dann besteht die Chance, dass sich Wiesenblumen halten oder wiederansiedeln können. Wer beim Sensenkurs war, mäht das Teilstück im Herbst am besten mit der Sense ab.

Manfred Stephan

Das Arbeitsmaterial

Metall- und Holz-Worb Das Sensenblatt

Die Sense besteht aus dem Sensenblatt (Abbildung rechts) und dem Worb (Abbildung links), an dem das Sensenblatt befestigt wird. Das Sensenblatt ist entweder durch eine Halterungsöse (dem Sensenring) mit dem Worb verbunden oder fest mit ihm verschraubt. Es besitzt normalerweise eine Länge zwischen 65 cm und 75 cm. Sensenblätter kann man zwar mit der Bezeichnung "mähfertig" erwerben, man sollte jedoch auch solche Sensenblätter vor der ersten Benutzung unbedingt dengeln, da sie "nur" geschliffen sind und längst nicht die Schärfe eines gedengelten Sensenblatts erreichen. Außerdem ist das Dengeln wesentlich aufwändiger , wenn es erst nach längerer  Benutzung der Sense durchgeführt wird.

Das Einstellen der Sense

Einstellen der SenseDamit die Sense optimal geführt werden kann, ist es notwendig, dass sie vor der Benutzung eingestellt wird. Wenn man die Sense in der Mähstellung in der Hand hält, dann sollt das Sensenblatt fast flach auf dem Boden liegen, lediglich die Dengel sollte ganz leicht nach oben zeigen.
Eine wichtige Rolle spielt auch der Winkel zwischen Sensenblatt und Worb. Zum Einstellen dieses Winkels besitzt der Holzworb eine Einstellspitze (der Metallworb leider nicht).
Zum Einstellen hält man die Sense an eine Wand oder einen Baum, so dass der Worb senkrecht steht. Dann neigt man die Sense nach rechts, bis sich die Spitze des Sensenblatts an der Stelle befindet, an der sich vorher die Hamme befand. Die Spitze sollte nun etwa 2,5 bis 3,5 Fingerdicken tiefer liegen als vorher die Dengel.

Das Mähen

Der KumpfBeim Mähen muss das Sensenblatt in regelmäßigen Abständen geschärft werden. Dazu wird der Wetzstein am abwechselnd auf beiden Seiten des Sensenblatts entlang geführt. Der Wetzstein sollte vor dem Schärfen der Sense nass gemacht werden. Dazu führt man den sogenannten Kumpf (Schleifsteinhalter, Abbildung lunks) mit, der ein wenig Wasser enthält. Ein optimaler Kumpf besitzt einen Gürtelhalter und eine Spitze, mit der er im Boden fixiert werden Der Wetzsteinkann. Ersatzweise kann auch eine leere Dose oder ein Glas verwendet werden. Diese kann allerdings nicht am Gürtel mitgeführt werden. Beim Mähen führt man, mit vorgesetztem rechtem Bein, einen Schwung von rechts nach links aus, den man mit gestrecktem linkem Arm beginnt. Dabei soll das Gras geschnitten weden, nicht abgehackt! Nach jedem Schwung bewegt man sich ein kurzes Stück nach vorn.

Das Dengeln

Dengelstock und DengelhammerZum Dengeln wird das Sensenblatt auf einen Dengelstock (ersatzweise auf ein Stück Eisenbahnschiene oder einen Amboss oder Schraubstock) gelegt und mit dem Dengelhammer gedengelt. Dabei sollte mit der Finne des Dengelhammers nur die Dengel des Sensenblatts getroffen werden, maximal 5 mm breit. Schlägt man zu weit in das Sensenblatt hinein, erhält dieses eine Spannung, wodurch es früher oder später bricht. Das Dengeln sollte nicht mit Kraft erfolgen, sondern ganz locker vor sich gehen. Das Sensenblatt soll nicht geschmiedet werden! Der Dengelhammer soll dabei immer auf der gleichen Stelle des Dengelstocks "hüpfen" und das Sensenblatt wird in die richtige Position gebracht. Nicht mit dem Hammer auf das Sensenblatt zielen. Der Dengelvorgang wird bei der Hamme begonnen, bis zur Spitze durchgeführt und wieder zurück. Auf dem "Rückweg" schlägt man nur auf die äußerste Kante des Sensenblatts. Bei einem Sensenblatt, das lange nicht gedengelt wurde, dauert der Vorgang ca. 40 - 50 Minuten, sonst etwa die Hälfte.

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