Schleiereulen

Rückblick auf die Führung vom 27. Juni 1998

Schleiereule (Klicken zum Vergrößern, 16 kByte )

32 Teilnehmer machten sich in Schornbach auf den Weg, um die Schleiereule zu entdecken. Zunächst jedoch ließen wir uns von Wolfgang Schnabel zeigen, wie ein Turmfalken-Nistkasten aussieht. Er hing in sicherer Höhe an der Giebelseite einer Scheune. Schräg vom Hang her konnte man recht gut in die Bruthöhle hineinschauen - und entdeckte dort tatsächlich 2 junge, hellgefiederte Turmfalken. Es musste sich wohl um eine extrem späte Brut handeln. Über den Feldern und Wiesen kreisten etliche Schwalben, um schließlich auf einer Stromleitung zu landen. Junge und alte Rauchschwalben saßen nun nebeneinander und jetzt konnte man sie gut unterscheiden: die Jungvögel mit dem kürzeren Schwanz und die Alten mit dem ausgeprägteren Gabelschwanz. Auf dem First des Scheunendaches saß mittlerweile ein ausgewachsener Turmfalke. Ein Männchen oder ein Weibchen? Wolfgang Schnabel zückte das Fernglas erkannte sofort am Verlauf der Gefiederfärbung, dass es sich um ein Weibchen handelte. Endlich war der Bauernhof erreicht, in dessen Scheune die Schleiereule wohnt. Das Einflugloch war schnell ausgemacht und jetzt hieß es abwarten. War der lautlose Vogel bereits unterwegs oder noch in der Scheunennische? Nach einiger Zeit rührte sich was am Einflugloch und die Eule streckte den Kopf heraus. Gebannte Stille unter den Führungsteilnehmern, alle Ferngläser waren auf das Gesicht mit dem herzförmigen Schleier gerichtet. Doch bald zog sich die Eule wieder zurück. Noch zwei Mal bot sich dieses Schauspiel, während vom Horizont dicke, dunkle Wolken aufzogen und rasch näher kamen. Offenbar war es der Schleiereule nicht nach einem Ausflug zu Mute, und schließlich machte sich die Gruppe auf den Weg zurück zu den Autos. Doch das aufziehende Unwetter war schneller, stürmischer Wind setzte ein und dann ergoss sich eine heftige Regenfront über die Naturschutzgruppe; so dass dieser Sommertag nass bis auf die Haut beendet wurde.

Manfred Stephan


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