Nachtfalter im Raum Schorndorf

Vorkommen, Gefährdung, Biologie, Schutz

Im Zuge der schon bestehenden Darstellung der Tagfalter Schorndorfs und Umgebung lag es nahe auch die Nachtfalterfauna des Gebiets zu beschreiben und zu dokumentieren. Da die Artenfülle der so genannten Nachtfalter wesentlich höher liegt als bei den Tagfaltern und meine Erfahrung weitgehend auf bestimmte Familien begrenzt ist, musste zwangsläufig die Auswahl auf wenige Gruppen festgelegt werden. Es handelt sich dabei um die Schwärmer und spinnerartigen Nachtfalter.

Die Beschreibung der einzelnen Arten beruht in erster Linie auf persönlichen Erfahrungen. Beobachtungsbeginn war Anfang 1999. Es wurde versucht, möglichst nur im Untersuchungsgebiet gemachte Beobachtungen zu verarbeiten. Insbesondere wo diese mangelhaft vorlagen, wurden auch Angaben aus der Literatur verwendet.

Nachtfalter sind oft schwer zu beobachten und so bleiben meist viele Kenntnislücken. Gerade in der Familie der Zahnspinner gibt es einige Arten, welche bis jetzt noch nie von mir beobachtet wurden, aber im Untersuchungsgebiet über ein potentielles Vorkommen verfügen. Solche sind unter anderen: Ungefleckter Zahnspinner (Drymonia dodonaea), Palpen-Zahnspinner (Pterostoma palpina) und Erpelschwanz-Raufußspinner (Clostera curtula).

Fehlende Abbildungen der Falter oder Raupen werden zu ergänzen versucht. Für die genaue Bestimmung wird auf die Literatur verwiesen, auch wenn leider zur Zeit kaum ein preiswertes und für den Laien nützliches Werk im Buchhandel erhältlich ist.

Schließlich ist mir ein wichtiges Anliegen die immer stärker zunehmende sogenannte Lichtverschmutzung, die selbst außerhalb der eigentlichen Wohngebiete, z. B. bei der Straßenbeleuchtung oder der touristischen Beleuchtung von Burgen, immer stärker zunimmt. Viele Straßenlampen werden mit Quecksilberdampflampen betrieben. Diese strahlen einen hohen Anteil an ultravioletten Licht ab, was auf viele Nachtfalter besonders attraktiv wirkt. Untersuchungen haben bewiesen: Die Anzahl der über eine Nacht getöteten Insekten ist erheblich und was die Fledermäuse nachts nicht wegfangen, erbeuten am darauf folgenden Morgen die Vögel als um die Lampe ruhende Falter. Zumal jener "Lichtfalleneffekt" eine massive Störung während der Partnersuche oder Eiablage darstellt. Eine mögliche Lösung ist die Verwendung der für Insekten weniger attraktiven Natriumdampflampen (gelbes Licht) oder das Anbringen von UV-Filterfolien, um so die Lockwirkung zu reduzieren. Es liegen nämlich schon Hinweise vor, dass einzelne lichtempfindliche Arten hierdurch in ihrem Bestand stark zurückgehen oder lokal bereits ausgestorben sind.


Untersuchungsgebiet

Liste der Nachtfalterarten

Flugzeitkalender
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Entwicklungszyklusdiagramm
Erklärung zum Entwicklungszyklusdiagramm


Erläuterungen zum Flugzeitkalender
Erklärung und Beeinflussung der Anzeige

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Roten-Liste-Status:

Bei der Einstufung der Gefährdung wurde auf die Angaben in Die Schmetterlinge Baden-Württembergs, Band 4 (siehe Literatur) zurückgegriffen, auch wenn die dortigen Gefährdungseinstufungen inzwischen nicht mehr genau die aktuelle Bestandssituation einer Art wiederspiegeln.

Literatur:

G. Ebert, E. Rennwald (Hrsg.) 1994.
Die Schmetterlinge Baden-Württembergs, Band 4,
Stuttgart (Ulmer).
H. J. Weidemann, J. Köhler 1994.
Nachfalter: Spinner und Schwärmer.
Augsburg (Naturbuch Verlag).
J. Fajcik 2003.
Die Schmetterlinge Mittel und Nordeuropas.
Bratislava.


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