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Schorndorfer Nachrichten
vom 31. Dezember 2008 Die "Remstalisierung" vermeidenBürgerinitiative "Lebenswertes Wieslauftal" für mehr politische Transparenz / Im Januar Listen-Präsentation
Rudersberg (mpf). Was plant die Bürgerinitiative Lebenswertes Wieslauftal? Ganz haben BI-Sprecher Wolfgang Bogusch und weitere Vorstandsmitglieder gestern die Katze nicht aus dem Sack gelassen im Gespräch mit unserer Zeitung. Aber klar haben sie gemacht, dass es in Rudersberg eine neue Liste geben soll bei den Gemeinderatswahlen im Juni. Es soll keine eigene der BI sein und auch keine parteipolitisch gebundene
Schon kürzlich bei der Hauptversammlung des 75 Mitglieder starken Vereins klang an, dass die Bürgerinitiative künftig politisch mitmischen will im Rathaus der Wieslaufgemeinde. Beim Hochwasserrückhaltebecken Oberndorf sei es falsch, den noch vom vorherigen Bürgermeister angedachten "Schneider-Damm" weiter zu verfolgen. Man will Begehrlichkeiten einen Riegel vorschieben, in der Talaue der Wieslauf weitere Gewerbeflächen auszuweisen.
Formiert hatten sie sich im Oktober 2006 in der Bergehalle von Martin Deutschle in Oberndorf, als der NABU über die Umgehungsstraßen-Pläne informierte, die zuvor Staatssekretär Rudolf Köberle, Landtagsabgeordneter Hans Heinz, Schorndorfs Erster Bürgermeister Horst Reingruber und Rudersbergs Schultes Schneider der Presse präsentiert hatten. Die Gruppe formierte sich zum Verein, rekrutierte etliche Fähigkeiten und Fertigkeiten aus den eigenen Reihen, meisterte schließlich locker die Hürde des Bürgerbegehrens. Mit Martin Kaufmann kam der Kandidat bei der BM-Wahl durch, der sich am deutlichsten gegen die Umfahrungspläne positioniert hatte und heute als Rathauschef mit seinem Verkehrsberuhigungskonzept ("Shared Space") tatsächlich ernst macht bezüglich innerörtlicher Verbesserungen. Am 23. September 2007 kippte die Initiative mit deutlicher Mehrheit per Bürgerentscheid die von der konservativen Gemeinderatsmehrheit geförderten Umgehungsstraßenpläne und das bei außergewöhnlich hoher Wahlbeteiligung. Es gelang, 62 Prozent an die Urnen zu bringen. Die Bürgerinitiative hat inzwischen selbst das BUND-nahe Planungsbüro Link beauftragt, um Vorschläge für eine Verkehrsentlastung zu forcieren. Man will nicht bloß Straßen verhindern, und es sei letztlich gleich, ob sich das Kind am Ende "Shared Space" nennt - Hauptsache, dass den Ortsdurchfahrts-Anwohnern "nach 30 Jahren ohne Verbesserungen" (Bernd Renninger: "Sie hat man wie die Haubersbronner am ausgestreckten Arm verhungern lassen") geholfen wird - etwa mit wirksamen Tempobremsen an Ortseingängen und nach der B-14-Fertigstellung mit Lkw-Nachtfahr- und Durchfahrverbot.
Nach dem Bürgerentscheid und der vorangegangenen einjährigen Auseinandersetzung, die rund 20 000 Euro Kosten (unter anderem eine Verkehrszählung, zehn eigene, teilweise mit Fotomontagen versehene Informationsblätter, die in jeden Haushalt gingen) war für die Mitglieder auch ein Aufatmen dran.
Wieslauftal eher als Naherholungsgebiet der Region
BI-Sprecher Wolfgang Bogusch möchte im Juni selbst in den Gemeinderat einziehen. Es gelte etwa, eine "Remstalisierung" des Wieslauftals zu vermeiden und Denkansätze des Regionalverbands zu betonen, die im Wieslauftal eher eine Naherholungsfläche der Region denn ein regionales Siedlungs- und Gewerbeband sehen. Noch im Januar will sich die ganze Liste inhaltlich und personell präsentieren.
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