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Schorndorfer Nachrichten
vom 1. August 2008 Naturschutz zieht KürzerenDie Landschaftspflegetrupps des Nabu bekommen dieses Jahr weniger Geld
Winnenden/Rudersberg (wtg). Die Überraschung, gelinde gesagt, war groß bei den Naturschutzbünden: Statt 2000 Euro bekommt der Nabu Winnenden nur 616 Euro für die Landschaftspflege im Zipfelbachtal; die Rudersberger Naturschützer kriegen statt 845 bloß 292 Euro. Grund für die Kürzungen ist ein neues Vergabeverfahren, dass auf die Formel gebracht werden könnte: "Den Letzten beißen die Hunde. .
Der Hund hat auch einen Namen, die Europäische Union nämlich. Die unterstützt zwar großzügig die Landschaftspflege - freilich unter zwei Bedingungen: Erstens muss das Land Baden-Württemberg auf jeden EU-Euro einen Euro drauflegen, und zweitens werden von der EU nur Projekte im ländlichen Raum gefördert, erklärt Heinz Reinöhl vom Ministerium für Ländlichen Raum die Lage. Unterm Strich habe sich die Förderung nicht verringert, sagt der stellvertretende Referatsleiter Landschaftspflege auf Anfrage. Weiterhin fließen 20 Millionen Euro. Wer das Geld kriegt, entscheiden die Unteren Naturschutzbehörden, also die Landratsämter, in Abstimmung mit dem Regierungspräsidium.
"Es tut uns sehr leid, dass die privaten Naturschutzorganisationen so wenig Geld bekommen", sagt Werner Barth vom Landratsamt in Waiblingen. "Wir schätzen ihre Arbeit sehr!", betont der stellvertretende Fachbereichsleiter für Landschaftsschutz. Aus dem Fördertopf sind für die Nabu-Trupps letztlich 6000 Euro übrig geblieben. Um keinen Antragsteller zu bevorzugen, wurden die 6000 Euro auf alle Nabus verteilt, was auf eine Kürzung auf ein Viertel hinausgelaufen ist. Sollten Gelder nicht abgerufen werden, betont Barth, bekämen die aktiven Naturschützer einen Nachschlag.
Das Regierungspräsidium hat dem Landkreis heuer insgesamt 56 000 Euro zugewiesen, 11 000 Euro weniger als beantragt. Nachdem der Amphibienschutz und die Pflege der landeseigenen Gebiete bezahlt worden waren, blieb unterm Strich für die privaten Landschaftspfleger kaum mehr was übrig, bedauert Barth. Er weiß wohl, dass die kreiseigenen Pflegetrupps die ehrenamtliche Arbeit der Nabus im Landkreis nicht auffangen können.
Dass die Naturschützer zumindest ihre Kosten für die Gerätschaften decken müssen, leuchtet nicht nur dem Landratsamt ein. Ohne Balkenmäher, Motorsensen und -sägen läuft bei der Landschaftspflege nichts. Rund 150 Euro kostet den Nabu Rudersberg allein der Sprit. Bewilligt wurden nur 292 Euro. "Auf Dauer ist das nicht machbar!", sagt der Vorsitzende Wolfgang Bogusch. 20 Aktive pflegen zwei Hektar Feuchtgebiete am Trosenbach, mähen Wiesen, schneiden Bäume und Büsche. Die Winnender pflegen drei Hektar Naturschutzgebiet im oberen Zipfelbachtal, das dem Land gehört. Als Dank reicht es für die Aktiven nicht einmal zu einem Vesper und einem Getränk.
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