Schorndorfer Nachrichten
vom 14. August 2004

Grüne fordern den vollen Ausgleich

18 Hektar als Ersatz für durch Ortsumfahrung zerstörtes Vogelschutzgebiet / Informationsdefizite beklagt

Schorndorf.
Bei einem Treffen der Schorndorfer Ortsgruppen von NABU, BUND und Grünen waren sich einer Pressemitteilung zufolge alle einig, dass für die geplante Ortsumfahrung Haubersbronn, die nach übereinstimmender Auffassung ein faktisches Vogelschutzgebiet quert, zumindest ein voller gesetzlicher Ausgleich der Natur-Zerstörungen und -beeinträchtigungen notwendig ist, was einem Flächenausgleich in der Größenordnung von 18 Hektar entspricht. Da der Bebauungsplan vom Gemeinderat bereits als Satzung beschlossen wurde, will die grüne Fraktion den vollen Flächenausgleich in zusätzlichen Bebauungsplänen beantragen.
Von Gesprächsteilnehmern wurde zur Trasse, die von der überwiegenden Mehrheit des Schorndorfer Gemeinderats beschlossen wurde, folgende Kritik vorgebracht: Sie quert ein wertvolles Vogelbrutgebiet und das geplante Überführungsbauwerk zwischen Haubersbronn und Miedelsbach blockiert wie ein Damm die freie Sicht im Wieslauftal. Zudem werden über 50 Prozent des Verkehrs auf der Ortsdurchfahrt Haubersbronn bleiben, so dass die Entlastungswirkung der Ortsumfahrung deutlich eingeschränkt ist. Durch zunehmenden Verkehr insgesamt werde die Straße für die Anwohner bald wieder 'gleich belastend sein wie vor dem Bau der neuen Trasse.
Beim Gespräch, so heißt es in der Pressemitteilung des Grünen-Ortsverbandes, habe sich weiter herausgestellt, dass wichtige Informationen im Zusammenhang mit der Umgehungsstraße von der Verwaltung Schorndorf weder an die Naturschutzgruppen noch an die Gemeinderatsfraktionen weitergegeben wurden. Die Informationspolitik der Stadtverwaltung wurde deshalb einhellig kritisiert.
Weiterhin befürchteten die Anwesenden, dass durch die Umfahrung Haubersbronn ein starker Druck entstehen wird, auch im oberen Wieslauftal weitere Ortsumfahrungen zu bauen. Dadurch würde insgesamt eine Querung zwischen Remstal und Backnanger Raum entstehen, welche das Verkehrsaufkommen im Wieslauftal erheblich steigern würde. Grüne, BUND und die NABU-Gruppe Rudersberg halten solch eine Entwicklung für fatal für die Tallandschaft und lehnen deshalb weitere Trassenplanungen ab.
Einig waren sich die anwesenden Gruppen auch in einem anderen Punkt: Bei der Beratung des Flächennutzungsplans für in den nächsten Monaten sind Bebauungen in Schutzgebieten abzulehnen. Den vorgesehenen Gewerbeschwerpunkt "Sündle" in Weiler und die mit dieser Planung verbundene Querspange West lehnen BUND, NABU und die Schorndorfer Grünen einhellig ab.
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