Schorndorfer Nachrichten
vom 2. August 2004

Beeindruckende Juwelen der Lüfte

Schmetterlingsbeobachtung mit dem Naturschutzbund Schorndorf in Winterbach

Faulbaum-Bläuling (Klicken zum Vergrößern, 17 kByte) Faulbaum-Bläuling (Klicken zum Vergrößern, 17 kByte)
Ein Faulbaum-Bläuling wurde bei der Eiablage an Blutweiderich-Blüten beobachtet. Seine Raupe frisst die Blütenblätter ihrer Nahrungspflanze.
Bilder: Rommel
Die leuchtend orangegefärbten Männchen des Kaisermantels gehören zu den schönsten Faltern der Wälder um Schorndorf.
Schorndorf/Winterbach.
Wer kennt sie nicht, diese flüchtigen Bekanntschaften: Ein schöner Sommertag auf einer sonnigen Wiese oder einem schattigen Waldweg - plötzlich taucht ein Sehmetterling auf. In gaukelndem Flug umflattert er den Beobachter und ein, zwei Flügelschläge später ist er schon wieder entschwunden. Manchmal hinterlässt sein flüchtiger Gruß Fragen: War das derselbe wie vorher? Wieso ist mir so ein schöner Falter noch nie aufgefallen? Gibt es diese Art nur hier?
Auf Einladung des Naturschutzbundes (NABU) Schorndorf und Umgebung machten sich 18 Personen auf, um diesen und anderen Fragen rund um das Thema "Schmetterling" auf den Grund zu gehen. Ihr Weg führte sie von Winterbach an auf schattigen Waldwegen hinauf auf den Hungerberg und von dort durch Weinberge und Streuobstwiesen wieder hinunter nach Winterbach.
Gleich die erste Falter-Begegnung war beeindruckend. Auf den violetten Blütenständen des Blutweiderichs tummelten sich mehrere Dickkopffalter, wenige Meter weiter legte ein Taubenschwänzchen seine Eier an Labkraut ab, der Nahrungspflanze seiner Raupe. Auf einer Waldlichtung sahen die Beobachter einen Faulbaumbläuling und ein Großes Ochsenauge ebenfalls bei der Eiablage. Als weitere typische Waldschmetterlinge gab es Waldbrettspiel, C-Falter und Kaisermantel zu sehen - Michael Rommel, Schmetterlingsfachmann des NABU, erläuterte den Teilnehmern ihre Lebensgewohnheiten.
Als die Gruppe auf dem Hungerberg aus dem Wald trat, war der Lärm der B 29 unten im Tal zu hören. "Hier möcht' ich kein Stückle haben", meinte eine Teilnehmerin. Auf dem Weg ins Tal wurde dennoch manche Schmetterlingsart beobachtet. Angetan waren die Schmetterlingsfreunde vom Schachbrett, dieser schwarz-weiß karierten Charakterart extensiv genutzter Wiesenflächen. Mehrere Arten von Weißlingen zeigten sich: Tintenfleck-Weißling, Grünader-Weißling und Kleiner Kohlweißling.
Fast schon wieder bei den Fahrzeugen angelangt, bot eine kleine, mit Dost bewachsene Fläche zum Abschluss ein Schauspiel besonderer Art: Eine ganze Anzahl von Schmetterlingen verschiedenster Arten flatterten durcheinander, jagten sich gegenseitig und saugten an den nektarreichen Blüten. Kleine Wiesenvögelchen und Kleine Sonnenröschen-Bläulinge, Dickkopffalter, Große Ochsenaugen und Hauhechel-Bläulinge. Dazwischen flogen mehrere Kleine Feuerfalter. Diese intensiv orangerot leuchtenden Falter sind wahre Juwelen der Lüfte. Insgesamt beobachteten die Teilnehmer beim dreistündigen NABU-Spaziergang 15 Tagfalterarten.
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