Schorndorfer Nachrichten
vom 20. April 2004

NABU hat von Anfang an mit offenen Karten gespielt

Reaktion auf gegenteilige Behauptungen der Haubersbronner BI

Schorndorf.
"Mit Befremden" hat der Naturschutzbund (NABU) die Äußerungen der Bürgerinitiative "Pro Ortsumgehung Haubersbronn" gelesen. Erst recht, nachdem sich der BI-Vorsitzende Wilhelm Heinle sowohl beim Artenschutzbeauftragten des NABU-Landesverbandes als auch beim Vorsitzenden der Schorndorfer Gruppe, Arnold Sombrutzki, über die Fakten ausführlich informiert hatte. Die Darstellungen der BI enthielten Behauptungen, die schlicht falsch seien und mit den Fakten nichts zu tun hätten, heißt es in einer Stellungnahme.
So behaupte Erich Bühler, die NABU-Stellungnahme im förmlichen Bebauungsplanverfahren habe nur Standardtext enthalten und keinerlei Hinweis auf die jetzt im Raum stehende Forderung geliefert. In diesem Verfahren, so die Gegenposition, habe der NABU ausführliche und detaillierte Stellungnahmen am 11. November 2002 und am 6. September 2003 abgegeben. In der November-Stellungnahme heiße es: "Der Naturschutzbund hält es für erforderlich, dass für die vernichteten/beeinträchtigten Streuobstwiesenflächen mindestens die doppelte Fläche an Neupflanzungen geschaffen wird." Die Stellungnahme vom September 2003 bezeichne den Kompensationsumfang von fünf Hektar für die Westumfahrung als deutlich zu gering und stelle abschließend fest, "dass die Eingriffe in Natur und Landschaft im Rahmen der Bebauungspläne auch nicht annähernd ausgeglichen werden.
Die Angabe der BI, dass nur 1,8 Hektar oder 0,5 Prozent vogelschutzrelevanter Fläche von der Straße durchschnitten würden, steht laut NABU im Widerspruch zum Gutachten vom Juni 2003, das vom Regierungspräsidium Stuttgart beauftragt wurde. Darin heiße es, dass die Westumfahrung circa 1,9 Hektar Streuobstwiesen direkt in Anspruch nehme und weitere circa 13 Hektar stark beeinträchtige. Zusammen mit der Querspange ergäben sich rund 18 Hektar. Das seien mehr als fünf Prozent der 320 Hektar existenter Streuobstwiesen und Vogelschutzgebiete, die Erich Bühler ermittelt habe.
Dass die EU-Beschwerde des NABU keineswegs überraschend kam, wurde bereits dargestellt. Sehe, so der NABU, die BI zum jetzigen Zeitpunkt gar keinen Grund für die Beschwerde, so hätte es der NABU als unverantwortbar gegenüber den Bürgern, den Steuerzahlern und gegenüber unserer Heimat erachtet, mit diesem Schritt zu warten, bis die ersten Brücken gebaut und die ersten Millionen verbaut sind. Diese Haltung, die rechtzeitigen Hinweise in den Stellungnahmen und die klaren Gespräche mit der Stadtverwaltung beantworteten die von Erich Bühler gestellte Frage, ob der NABU mit offenen Karten spiele, eindeutig.
Dabei setze sich, heißt es in der Stellungnahme, beim NABU nicht nur der Vorsitzende Arnold Sombrutzki für das Recht der Natur ein. Vielmehr habe der vierzehnköpfige NABU-Vorstand seine Positionen, Forderungen und Maßnahmen einstimmig beschlossen. Darunter gebe es durchaus Stimmen, die weniger moderat seien als Arnold Sombrutzki. Mit ihren Äußerungen habe die Bürgerinitiative der zielgerichteten Kooperation von Stadtverwaltung und NABU, damit sich selbst und ihren Anhängern einen fragwürdigen Dienst erwiesen, schließt die NABU-Bewertung.
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