Schorndorfer Aktuell
vom 1. April 2004

Umgehungsstraße Haubersbronn
 

NABU und Stadt kommen sich näher

Städtischer Grundbesitz für Ausgleichsmaßnahmen angeboten - Ökologischer Landwirtschaftsbetrieb betroffen

(kü) - Trotz unterschiedlicher Wertung, was die Kompensationsmaßnahmen angeht, die anlässlich des Baus einer Umgehungsstraße Haubersbronn angemessen sind, versuchen die Stadt Schorndorf und der Naturschutzbund (NABU) ihre Standpunkte anzunähern. Nach einem Gespräch zwischen Vertretern der Stadtverwaltung und des NABU wurden diesem Unterlagen übersandt, auf denen weitere denkbare Ausgleichsmaßnahmen auf derzeit landwirtschaftlich genutzten Grundstücken dargestellt sind. Die Tatsache, dass diese bisher von einem ökologisch wirtschaftenden Landwirt gepachtet sind, der damit wichtige Betriebsflächen verlieren wird, macht deutlich, wie Naturschutzmaßnahmen andererseits in eine ökologisch durchaus vorbildliche Landnutzung nachteilig eingreifen. Das macht die Abwägungs- und Ausgleichsprozedur in unserer intensiv genutzten Kulturlandschaft so schwierig. Nie darf deshalb nur ein Fachgebiet und seine Interessenlage isoliert betrachtet werden.
Hoffnungsvoll stimmt die Verantwortlichen der Stadtverwaltung ein Schreiben des NABU-Vorsitzenden Arnold Sombrutzki vom 22. März, mit dem er die von der Stadt zusätzlich vorgeschlagene Kompensation auf Allmendeflächen begrüßt und die gemeinsame Absicht bestätigt, auf eine Lösung hinzuarbeiten, die den Menschen und der Natur gerecht wird. Einschränkend wird allerdings vom NABU darauf hingewiesen, dass die von der Stadt vorgeschlagene Umwandlung der Allmendeflächen in Baumwiesen auf insgesamt rund. neun Hektar zwar geeignet sei, jedoch nicht ausreiche. Deshalb schlägt der Naturschutzbund vor, folgende Ansätze zu prüfen:
  • Vernetzung des Streuobstgürtels zwischen den Gebieten Hof/Steinmäurich und Beuters über die Ausgleichsmaßnahmen zur 110 KV-Leitung hinausgehend, wie bereits gemeinsam in Betracht gezogen [diese Flächen befinden sich südlich des Stadtgebiets von Schorndorf].
  • Vogelschutzgebiet-Erweiterung/--Aufwertung im südwestlichen Schornbachtal entlang des Waldrandes bzw. Holzberg und Roter Berg.
  • Aufwertung des Vogelschutzgebietes auf Markung Buhlbronn.
  • Erweiterung der Ausgleichsfläche im Gewann Linsenberg (dort sollen weitere Streuobstwiesen angelegt werden).
Diese sehr weit gehenden Forderungen wird die Stadt wohl nicht alle erfüllen können. Weitere Verhandlungen werden deshalb notwendig sein.
Aber noch gibt es Hoffnung, zu einer Verständigung mit dem NABU zu kommen, der für diesen Fall zugesagt hat, die EU-Kommission dahingehend zu informieren, dass sich eine weitere Verfolgung seiner Beschwerde erübrigt.


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