SCHORNDORF AKTUELL
vom 25. März 2004

NABU-Vorsitzender Sombrutzki: Präzedenzfall für andere Projekte

Gut zwei Jahre auf Ausgleichs-Problem bei Umgehung hingewiesen

Schorndorf.
Die Mitgliederversammlung des Naturschutzbundes (NABU) Schorndorf und Umgebung war mit 53 Teilnehmern wieder recht, gut besucht. In seinem Bericht ging Vorsitzender Arnold Sombrutzki unter anderem auf die große Beteiligung an den NABU-Führungen und -Exkursionen ein: Im Durchschnitt kamen etwa 30 Teilnehmer pro Veranstaltung, zur Fledermausführung im August sogar 105. Für die Biotoppflege haben der NABU und seine Helfer bei 14 Einsätzen mehr als 600 Arbeitsstunden geleistet.
Eine Besonderheit im vergangenen Jahr, in dem die Ortsgruppe anlässlich ihres 100-jähriges Bestehens eine Festschrift herausbrachte, war, dass NABU-Mitglied Thorsten Götz bei Urbach einen Standort mit dem seltenen Fransen-Enzian und dem Zwergbläuling entdeckt hat. Dank des Einsatzes des NABU ist der Standort vom Landratsamt mittlerweile weitgehend unter Schutz gestellt worden.
Intensive Arbeit kosteten die Stellungnahmen zu Eingriffen in Natur und Landschaft, die vom NABU ausgearbeitet wurden. Betroffen waren vor allem die Flurbereinigung Kirchsteig bei Urbach (Erdrutschgebiet), die geplante Erweiterung des Freibades Urbach, das Hochwasserschutzgebiet Winterbach und die Umfahrung Haubersbronn. Zur aktuellen Diskussion über die erforderlichen Ausgleichsmaßnahmen für die Umgehungsstraße Haubersbronn führte Sombrutzki aus, dass der NABU bereits seit zweieinhalb Jahren auf dieses Problem deutlich hinweise - bis zum Herbst vergangenen Jahres ohne entsprechende Reaktion der Planungsbehörden. Wenn der NABU zum Vorgehen hier schweigen würde, so könne das als Präzedenzfall dienen, das Naturschutzrecht auch bei anderen Projekten zu missachten.
Der bisherige Jugendgruppenleiter, Christoph Haller berichtete kurz über die Arbeit der Naturschutzjugend (NAJIJ) 2003 und verabschiedete sich nach fünf Jahren aus diesem Amt. Seine Funktion nimmt jetzt Michaela Teegelbekkers wahr, die schon seit Jahren in der Jugendgruppe mitarbeitet. Besonderen Beifall erhielten die vielen Jugendlichen für ihre Anwesenheit bei der Hauptversammlung. Nach dem Kassenbericht von Günther Lang bescheinigte Dietmar Bar eine ordnungsgemäße Kassenführung. Er hatte sie mit Renate Degele geprüft. Anschließend wurde der gesamte Vorstand einstimmig entlastet. Sombrutzki lobte die gute Präsentation der Ortsgruppe in der Presse: Im Jahre 2003 hätten die Schorndorfer Nacrichten und andere Zeitungen 21-mal in größeren Beiträgen über die NABU-Arbeit berichtet. In Zeitungen der Umgebung habe es etwa 80 kürzere Hinweise auf NABU-Veranstaltungen gegeben. Gut frequerntiert der Internet-Auftritt: Die von Michael Rommel gestaltete und betreute Seite wurde 63 317-mal im Jahr aufgerufen, also 173-mal pro Tag.
Zur Auflockerung der Regularien hielt Jörg Daiss einen mit Dias illustrierten Vortrag über den "Vogel des Jahres" 2004, den Zaunkönig. Danach erfreute Wolfgang Schnabel mit seinem Naturfilm "Vogelzwerge". Neben Zaunkönig und Schwanzmeisen waren vor allem die schwer zu beobachtenden Goldhähnchen zu bestaunen.
Verschaffen Sie sich einen Überblick über Seiten mit ähnlichen Themen


zum Seitenanfang Drucken