Schorndorfer Nachrichten
vom 28. Februar 2004

Kunstnester in der Innenstadt

Der Naturschutzbund Schorndorf (NABU) wiiI Nistmöglichkeiten für Mehlschwalben schaffen

Es gibt noch Schwalbennester an der Stadtkirche. Aber nicht mehr so viele wie noch vor einigen Jahren. Der NABU will Kunstnester an Häusern anbringen - mit Kotbrett, damit die Vögel nicht die Fassade verunzieren.
Bild: Bernhardt
Mehlschwalbennest
Schorndorf.
Der Naturschutzbund Schorndorf (NABU) will die Nistmöglichkeiten für Mehlschwalben in der Innenstadt verbessern. Kunstnester sollen dabei helfen.
Wenn die Schwalben kommen, dann bringen sie den Frühling mit. Wie jedes Jahr werden die Mehlschwalben ab Mitte April in Schorndorf eintreffen, über Marktplatz und Kirchplatz kreisen und ihre Nester suchen, in denen sie in den letzten Jahren gebrütet haben oder vielleicht selbst zur Welt gekommen sind. Allerdings sind die Nistmöglichkeiten in Schorndorf weniger geworden.
Etliche Häuser in der Schorndorfer Innenstadt wurden in den letzten Jahren renoviert. Damit ist Wertvolles zur Erhaltung des historischen Stadtbildes geleistet worden. Hierbei sind jedoch mehr und mehr der typischen Mehlschwalbennester von den Hauswänden verschwunden - so auch bei der mittlerweile fast abgeschlossenen Renovierung der Stadtkirche. Vor zehn Jahren gab es im Stadtkern rund 100 Nester, davon - mindestens 30 alleine an der Stadtkirche -sie war der letzte Brutplatz, an dem mehrere Paare ihre Jungen aufzogen. Heute sind insgesamt nur noch 35 Mehlschwalbennester zu finden, wie Erwin Lang und Michael Pfundt vom Naturschutzbund (NABU) Schorndorf und Umgebung kürzlich festgestellt haben.
Ein Grund für den Rückgang ist, dass die Vögel beim Eigenbau neuer Nester wenig Erfolg hatten. Einerseits, weil das Baumaterial an einigen Fassadenfarben kaum haftet. Andererseits, weil die Schwalben kaum mehr Lehm zum Nestbau finden. Wegen fehlender Lehmpfützen holen die Vögel minderwertiges Baurnaterial aus Dachrinnen. Viele dieser Nester zerbrechen.
Der NABU hat jetzt eine Aktion gestartet, um die Nistmöglichkeiten wieder zu verbessern. Weil es für den eigenen Nestbau der Mehlschwalben im näheren Umfeld der Altstadt nicht das richtige Material gibt, mochte der NABU gerne während der Nestbauzeit auf dem Kirchplatz eine Lehmpfütze anlegen und betreuen; erste Gespräche mit Pfarrer Kaupp, Dekan Junt und dem evangelischen Kirchengemeinderat wurden bereits geführt.
Parallel hierzu will der NABU an geeigneten Häusern Kunstnester mit einem Kotbrett anbringen. Manfred Schmid, Gesamtkommandant der Freiwilligen Feuerwehr, hat, seine Unterstutzung 'in Aussicht gevstellt. 7~ Finanzierung zählt er auf Zuschüsse des Landratsamtes und bittet die Hausbesitzer um eine Beteiligung von fünf Euro. Dank des Kotbretts bleibt die Hausfassade sauber. In den nächsten Tagen wird der NABU auf die Hausbesitzer im Stadtkern zugehen, um das Anbringen der künstlichen Schwalbennester zu besprechen. Dabei hofft er natürlich sehr auf Unterstützung dieser Aktion. iDie Mehlschwalben stehen seit letztem Jahr in der "Roten Liste der Brutvögel Deutschlands", welche die bestandsgefährdeten Arten aufzählt. Besonders freuen würde sich der NABU über Hausbesitzer, die sich wegen eines Kunstnestes selbst melden.
Kunstnester und Lehmpfütze sind für den NABU mit Kosten verbunden, so dass eine finanzielle Unterstützung der Aktion willkommen ist. Kontaktpartner und Leiter der Aktion ist Wolfgang Schnabel, Schorndorf. Auch Geldspenden sind willkommen. Die NABU~Spendenkonten: 5 041 655 bei der Kreissparkasse (BLZ 60250010) 8 350 972 bei der LBBW (BLZ 600 501 01).


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