Schorndorfer Nachrichten
vom 10. Juli 2003

Junge Naturschützer verbrachten Tage im Wald

Bei Glühwürmchen im Wald: andere Stimmung als vorm Fernseher

Wildlife
Feuer machen erfordert viel Konzentration -
Kindern und Jugenlichen gefiel's. Bild:privat
Schorndorf/Welzheim.
Wie macht man in einem strohtrockenen Wald Feuer, ohne ihn abzubrennen? Woher bekommt man Trinkwasser? Und wann endlich gibt es Abendessen? Dies waren Fragen, die sich die 16 Teilnehmer im Alter von 9 bis 15 Jahren - allesamt Mitglieder der Naturschutzjugend (NAJU) Schorndorf - während des "Wildlife"-Wochenendes im Welzheimer Wald stellten.
"Wildlife" ist ein Angebot der Landes-Naturschutzjugend, das unterstützt wird von der Stiftung Naturschutzfonds. Ziel von "Wildlife" ist es, das einfache Leben und Überleben in freier Natur wieder zu entdecken. Konkret heißt das: ohne ein Dach über dem Kopf, ohne Klimaanlage oder fließendes Wasser auszukommen - und zwar bei jedem Wetter. Nachdem die Teilnehmer gemeinsam zum Lagerplatz im Welzheimer Wald nahe Schadberg gefahren waren, begann das Abenteuer. Aus Ästen und Reisig wurde ein Kreis um das Feuer aufgebaut, der als Rückenstütze und Windschutz diente. Dann bauten die Teilnehmer ihre Zelte auf. Aber nicht etwa in richtigen Zelten, sondern unter Planen wurde geschlafen. Sie hielten zwar den Regen, aber nicht die Schnaken fern. Trinkwasser wurde aus einer nahen Quelle gehlt, an der auch das Geschirr gespült wurde. Als der Abend mit einem Essen aus dem Gemeinschaftstopf am Lagerfeuer endete und die Glühwürmchen durch den Wald blinkten, kam eine ganz andere Stimmung auf als abends vor dem Fernseher.
Der Samstag wurde mit Kochen und Essen, Spielen quer durch den Wald und dem einen oder anderen Marsch zur Quelle verbracht. Die Teilnehmer lernten, aus Baumstücken Geschirr herzustellen und aus Gräsern Körbe zu flechten. Am Sonntagmorgen gab es ein wunderbares Frühstück mit Mrmelade aus selbstgepflückten Heidelbeeren und über dem Feuer gebratenen Fladenbroten. Als die Wildlife-Veranstaltung dem Ende zuging, folgte die letzte wichtige Aufgabe: den Wald genau so zu verlassen, wie er angetroffen wurde. Dies gelan in so vorbildlicher Weise, dass auch aufmerksame Beobachter kaum Spuren entdeckt hätten.
Eine Teilnehmerin fasste das Wochenende zusammen: "Es hat alles Spaß gemacht - die Spiele und draußen zu schlafen, das Essen war super lecker, und es war einfach mal was ganz anderes." Wie gut die neuen Erfahrungen und Eindrücke bie den Jugendlichen ankamen, zeigte sich, als sie sich von ihren Betreuern Judith und Jan verabschiedeten: "Bis zum nächsten Mal."
Wer Interesse an Wildlife hat, kann sich informieren unter www.naju-bw.de oder telefonisch unter 0711/612559 (H. Frosch)


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