Schorndorfer Nachrichten
vom 20. August 2003

NABU lädt zu Abend mit Fledermäusen

Derzeit lassen einige der jungen Flugmäuse ein Wispern und Zetern hören / Samstag, 19.30 bis 23 Uhr

Fledermaus
Recht friedliche Hausgenossin: die Fledermaus.
Bild: Archiv
Schorndorf (pm).
Jetzt im August ist auf dem Dachboden mancher Häuser beim Hereinbrechen der Dunkelheit ein Zirpen, Kratzen, Wispern und Zetern zu hören. Das kann von jungen Fledermäusen stammen, die dort im Verborgenen herangewachsen sind. Der NABU Schorndorf lädt am Samstag, 23. August, zur abendlichen Fledermausbeobachtung ein.
Zu Beginn der Ausflugszeit werden die eng beieinander lebenden Tiere unruhig, sie streben dem Ausflugloch zu und schimpfen mit schrillen Rufen auf drängelnde Mitbewohner. Diese Soziallaute sind auch für Menschen hörbar - anders als die Ultraschall-Ortungsrufe.
Der NABU weist darauf hin, dass nur ein Teil der 24 in Deutschland vorkommenden Fledermausarten, die so genannten Hausfledermäuse, im Sommer die menschliche Nähe sucht. Dachböden und andere Unterschlupfmöglichkeiten in Häusern bieten den Tieren gute Bedingungen für die Aufzucht des Nachwuchses. Fledermäuse bringen im Frühsommer ihre Jungen zur Welt. Sie brauchen möglichst zugluftfreie, warme und störungsfreie Plätze. Einige Arten, wie das Große Mausohr, hängen frei an Dachbalken, andere nutzen engste Spalten zwischen den Pfannen oder hinter- der Fassadenbekleidung als Quartier. Oft dienen diese Räume dann als Wochenstuben der Fledermäuse; das ist ein Zusammenschluss von Weibchen einer Art, die den Sommer getrennt von den Männchen leben und gemeinschaftlich ihre Jungen aufziehen. Die Zahl der Tiere, die eine Wochenstube bilden, kann sehr unterschiedlich sein. Viele Quartiere zählen zwischen 5 und 30 Tieren, in besonders großen Wochenstuben, zum Beispiel auf Dachböden von Kirchen, können es auch tausende Fledermäuse sein.
Eher selten verraten Fledermäuse ihre Anwesenheit durch Geräusche. Häufiger finden sich unter ihren Hangplätzen Hinterlassenschaften in Form von trockenem durch Chitinreste glänzenden Kot oder Überbleibsel von Beuteinsekten. Diese Spuren der Fledermäuse können jedoch einfach weggefegt oder als hochwertiger Pflanzendünger im Garten genutzt werden. Die Insektenjäger nagen nicht an Holz, zerbeißen keine Kabel ünd zerstören keine Isolierung. Sie besetzen Gebaude ohnehin nur vorübergehend: Gegen Ende August lösen sich die Wochenstuben auf. Bis dahin sind die Jungtiere nach anfänglichen Flugversuchen auf dem Dachboden schon längst flugfähig. Sie werden nicht mehr gesäugt und jagen selbstständig Insekten. Der NABU lädt für Samstag, 23. August, zur abendlichen Fledermaus- Beobachtung ein. Bei der Führung unter Leitung von Günther Lang ( 0 71 81 / 8 53 51) setzen elektronische Detektoren die Ultraschallsignale in hörbare Töne um. So lassen sich die Säugetiere aufspüren und bestinimen. Dann können der lautlose Flug und das Jagdverhalten gut beobachtet werden. Alle Interessierten sind dazu eingeladen. Treffpunkt ist um 19.30 Uhr in Schorndorf bei den P & R-Parkplätzen Heinkelstraße (AOK), Ende gegen 23 Uhr. Die Führung ist kostenlos und findet auch bei Regen statt.
Wie die Führung dann tatsächlich verlief, erfahren Sie aus dem Zeitungsbericht in den Schorndorfer Nachrichten


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