Mitteilungen 2004

Rückblick auf unsere Arbeit im Jahr 2003

Liebe Mitglieder und Freunde des Naturschutzes,

mit dem laufenden Jahr gehen wir in die zweiten hundert Jahre unserer Naturschutzaktivitäten vor Ort. Unter Berücksichti-gung der begrenzten Ressourcen (aktive Mitstreiter und Geld!), die uns zur Verfügung gestanden haben, kann sich das bisher Geleistete zweifellos sehen lassen.

Trotzdem vollzog sich in unserem Wirkungsbereich ein Arten-sterben von dramatischem Umfang. Dieses erstreckt sich über die gesamte Tier- und Pflanzenwelt. Aufzeichnungen in unse-ren eigenen Beobachtungsunterlagen dokumentieren dies be-sonders auffällig für die Vogelwelt. So verschwand bereits Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts der Weißstorch als Brutvogel aus dem Remstal. Einst eine triviale Art, ist sie heutzutage zumeist nur noch aus Büchern oder Zoos bekannt. Es folgten in den 60er bis 70er Jahren u.a. die Arten Steinkauz, Raubwürger, Rot-kopfwürger, Wiedehopf, Heidelerche, Grauammer, Braunkehl-chen, Schafstelze. In den 80er und 90er Jahren verließen uns beispielsweise Rebhuhn, Zwergdommel und Pirol. Aktuell scheinen die Brutbestände von Kuckuck, Baumpieper, Dorn-grasmücke, Feldschwirl, Waldlaubsänger und Gelbspötter zu-sammenzubrechen. Erschreckend ist auch die Tatsache, dass eine einstige Allerweltsart wie die früher kaum beachtete Feld-lerche bei uns kurz vor dem Aussterben steht.

Das Mittlere Remstal ist hierbei kein Sonderfall. Wie verschie-dene aktuelle wissenschaftliche Abhandlungen und auch die immer länger werdenden Roten Listen belegen, ist der Rück-gang der meisten oben genannten Arten überregional festzustel-len. Dennoch hat sich dies bei uns viel massiver als andernorts niedergeschlagen. Dies begründet sich darin, dass fast alle dieser Arten typische Vertreter der halboffenen und offenen Kultur-landschaft sind. Gerade diese sind in unserem Raum, u.a. durch Ausdehnung der Ortschaften und den Straßenbau in den letz-ten 50 Jahren, rücksichtslos verbraucht worden. Bis auf die Ge-biete, die dem Naturschutz dienen, finden sich kaum noch grö-ßere, zusammenhängende Freiflächen. Mittlerweile ist es sogar schon soweit gekommen, dass der fortschreitende Flächenfraß selbst vor den ausgewiesenen Schutzgebieten nicht mehr Halt macht.

Trotz dieser Feststellung möchte ich nicht in Depression verfal-len! Auch liegt es mir fern zu sagen, dass der private Natur-schutz nichts bewirkt hat und man diesen auch sein lassen könnte. Dies stimmt nämlich nicht! Auch wenn wir im Mittle-ren Remstal einen Verlust an Artenvielfalt erfahren mussten, so können wir auch davon ausgehen, dass es ohne unser bisheriges Engagement noch viel schlechter aussehen würde. Es wären mit Sicherheit weitere Arten aus unserer Landschaft verschwunden oder in ihrem Bestand deutlich mehr gefährdet als heute oder sie hätten sich erst gar nicht ansiedeln können. Dies ist beispielsweise für Zwergtaucher, Wasserralle, Schleiereule, Wasseramsel, Teichrohrsänger, Halsbandschnäpper und Rohrammer zutreffend. Weitere Arten dürften durch unsere Aktivitäten ebenfalls profitiert haben und in ihrem Bestand gestützt worden sein (z.B. Blessralle, Teichralle, Wendehals, Eisvogel, Neuntöter, Sumpfrohrsänger und Gartenrotschwanz). Hätte es uns also nicht gegeben, müsste heute von einem höheren Verlust an Biodiversität ausgegangen werden.

Das Ziel dieser Ausführungen ist, zu verdeutlichen, wie wichtig unsere Existenz in der Vergangenheit war, noch heute ist und vermutlich auch in der Zukunft sein wird. Sie sollen zeigen, dass Ihre Mitgliedschaft im NABU Sinn macht und wie wertvoll und unentbehrlich die Arbeit der ehrenamtlich tätigen Mitglie-der ist. Ich möchte mich daher bei allen, die zu diesem Perso-nenkreis gehören, ganz herzlich für ihr bisheriges Vertrauen und ihre Unterstützung bedanken. Gleichzeitig möchte ich Sie aber auch bitten, stehen Sie auch zukünftig dem NABU bei sei-nen anstehenden Aufgaben zur Seite, wenn möglich die nächs-ten hundert Jahre.

Ihr

Arnold Sombrutzki

Einen Überblick über die wichtigsten Ereignisse des letzten Jahres geben folgende Artikel:


Baden-Württemberg-Medaille für Arnold Sombrutzki

Unser Vorsitzender wurde für seinen Einsatz für den Schutz der Natur ausgezeichnet

Wiederfunde und Rückmeldungen
Einige interessante Wiederfunde der letzten Jahre

Ausgleichsmaßnahme Wieslauf-Mäander
Wiederherstellung des Wasserdurchflusses

Aktiv für die Natur
Pflegemaßnahmen im Jahr 2003

Landschaftspflegetag 2003
Erster Landschaftspflegetag im Rems-Murr-Kreis

Westumfahrung Haubersbronn
(Stand: Januar 2004)

Eisvogel vertrieben
Baumaßnahmen während der Brutzeit

Veranstaltungen 2002/2003
Kaiserstuhl, Biobauer, Sensenkurs, Fledermäuse und vieles mehr

Urbach hilft Fledermäusen
Ein Stollen wird fledermausgerecht saniert

Neuerwerb: Feuchtwiese am Linsenberg
Wieder ein Stück Natur dauerhaft gesichert

Projekt zur Förderung der Wasseramsel
Projektstand 2003
Projektentwicklung zwischen 2001 und 2003

Beobachtungen 2003
Naturkundliche Beobachtungen im Jahr 2003

Ortsgruppe Rudersberg
Eine Wiederbelebung

Schinderhütte
Wie geht es weiter?

Wo der Fransen-Enzian blüht und der Zwerg-Bläuling fliegt
NABU setzt sich für eine wertvolle Fläche ein

Hochwasserschutzgebiet Winterbach
Eine Stellungnahme

Zikaden Deutschlands


Großzügige Nistkastenspende


Stadtputzete
Scho buzzd 2003

FFH-Kartierung
NABU Schorndorf meldet Gebiete

Rettung für verletzte Fledermäuse
Das unterstützen wir!


zum Seitenanfang Drucken