NAJU-Zeltlager in Bad Mergentheim

Um kurz vor 9 Uhr waren bereits etliche Interessierte auf dem Parkplatz der Bronnbachhalle eingetroffen. Bei wolkenlosem Himmel und fast 20 Grad startete die Führung mit ein paar Begrüßungs-Worten. Der 1. Stopp war gleich am Parkplatz vom Sportgelände. Hier wurde darauf aufmerksam gemacht, dass man auch unmittelbar am Auto auf diverse Arten treffen kann. Da überflog z.B. ein Graureiher die Halle, Türkentauben balzten, eine Bachstelze flog direkt auf den Platz und tippelte umher und schließlich kam noch eine Kohlmeise und begutachtete alle wie sie dastanden. Gerne konnte es so weitergehen.

Der nächste Halt war nicht weit. Ein Hausrotschwanz-Pärchen war auf Insektenjagd rund um die Sporthütte. Das Pärchen wurde ausgiebig begutachtet, so dass auch der Vergleich zum später beobachteten Gartenrotschwanz gut hergestellt werden konnte. Dabei schwebte auch eine Rauchschwalbe über die Köpfe der Beobachter, alle erfreuten sich über die Zutraulichkeit des Vogels.

Beim Weitergehen wurde kurz über die typische Landnutzung der Streuobstwiesen und deren Entstehung im Mittleren Remstal berichtet. Im Kerngebiet der Streuobstwiesen ließen sich die Gartenrotschwänze und Halsbandschnäpper zunächst nur schwer ausmachen und konnten kaum gesichtet werden. Doch es wurden alle belohnt, ein paar anhaltend singende Gartenrotschwanz-Männchen hatten sich in Pose gesetzt und ließen sich dann auch noch fotografieren. Erst nach bereits fortgeschrittener Zeit und einem etwas beschwerlichen Weg innerhalb der Obstbaumwiesen ließ sich der versprochene Halsbandschnäpper aus nächster Nähe hören und wurde dann auch entdeckt. Voller Freude den lang ersehnten Vogel nun doch zu sehen, blieb die Gruppe ruhig stehen und konnte dabei beobachten, wie 2 Männchen des schwarz-weißen Fliegenschnäppers um das beste Revier - oder Weibchen stritten und sangen - es war wie bestellt Parallel und vor den Augen der Teilnehmer fütterten Kohlmeisen ihre Jungen in einer Baumhöhle. Untypisch ging es nun weiter, am hellen, heißen Mittag, sang eine Heckenbraunelle vom Busch und eine Singdrossel imitierte hoch oben in der Krone des höchsten Baumes verschiedene Vogelarten. Mit dem Spektiv konnte ihr beim Gesang direkt in die Augen gesehen werden. Ein Grünspecht ließ sich unweit der Gruppe auf den Boden nieder, um nach Ameisen zu suchen. Über die tolle Färbung des Spechtes waren einige Beobachter sehr erstaunt.

Zwischenzeitlich war es schon spät geworden und die Gruppe wurde etwas kleiner. Alle Fotografen kamen auf ihre Kosten als sich ein männlicher Gartenrotschwanz an einem Baum nur ein paar Schritte neben der Restgruppe mit Gesang positionierte. Den Wendehals, der sich am alten Baum daneben kurz blicken ließ und dann abflog, konnten leider nur ein paar sehen; gehört hatte man ihn jedoch noch eine Weile. Zum Schluss wurde am Himmel noch ein Schauspiel entdeckt: ein paar Krähen hassten ein Sperber-Weibchen an und schlugen es in die Flucht. Am Baum hockte eine Goldammer und ließ sich in der Mittagssonne bei Gesang fotografieren - die einzige weit und breit.

Nun waren alle leicht verschwitzt und etwas verspätet wieder zurück. Dankbar für die schönen Beobachtungen konnte man den Rest-Sonntag nun gut ausklingen lassen.

Christoph Haller



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