Exkursion zum Faiminger Stausee

Ein beschaulicher Morgen lag über dem Faiminger Stausee. Das Donauwasser floss breit und ruhig von Günzburg herkommend durch den Stausee hindurch auf das Wehr des Wasserkraftwerkes zu, um dann weiter nach Donauwörth zu fließen. Weitverstreut lagen Grüppchen von Wasservögeln im See, andere ruhten sich auf Kiesbänken und emporstehenden Ästen aus. Viele dieser Vögel sind Wintergäste, für die der nährstoffreiche Stauwasser-Bereich ein wichtiges Reservat darstellt, auch, weil sich auf dem Stausee nur selten Eis bildet.

Der leichte Morgenwind bei etwa 0° Celsius unter einer dichten Wolkendecke bremste den Aktionsdrang bei den Vögeln offenbar ebenso wie bei den Beobachtern. Im noch gedämpften Licht fiel der Blick zuerst auf die hellgefiederten Schellenten -doch nur die Männchen dieser Wintergäste tragen die hellweißen Federn. Im hochwertigen Spektiv ließ sich dann auch erkennen, dass deren Kopfbefiederung nicht schwarz ist, sondern dunkel grünschimmernd. Daneben tummelten sich hauptsächlich Tafelenten im Wasser. Als weitere Wintergäste zeigten sich die stattlichen Gänsesäger und einige Entenarten, darunter die schmucken Spießenten - markant standen deren Schwanzfedern wie Spieße empor. Auch ein paar Schnatterenten hatten sich am Faiminger Stausee eingefunden; deren Weibchen sind gewissermaßen die XL-Ausgabe der Stockenten-Weibchen, welche selbstverständlich ebenfalls den Stausee besiedelten.

Nun kam ein Zwergtaucher ins Blickfeld, noch einer und noch einer. Sehr viel mehr Zwergtaucher hatten sich hinter einer Kiesbank versammelt, was erst durchs Spektiv klar erkennbar wurde. Dorthin hatten sich auch ein paar Höckerschwäne zurückgezogen. Jetzt flog ein Wanderfalke zum See her, drehte ein paar Schleifen und ließ sich auf einem Ast nieder, der aus dem Wasser ragte. Lange saß das Wanderfalken-Weibchen dort, umgeben von Wasservögeln, die ihm bestimmt geschmeckt hätten, die zu greifen einem Wanderfalken jedoch nicht möglich ist.

Weiter oben am See hatten die Kormorane ihren Bereich. Als eine Wolkenlücke die Sonne freigab, sah man die Kormorane ihre typische Haltung einnehmen: stehend mit weit ausgebreiteten Flügeln.

Eine größere Schar Krickenten konnte ausgemacht werden; eindrucksvoll zeigten sich die leuchtend gelben Dreiecke an den Steißseiten der Männchen. Als wirklich seltene Wintergäste zeigten sich Bergenten; deutlich war die weiße Befiederung rund um den Schnabelansatz dieser ansonsten braungemusterten Enten zu sehen.

Unweit vom Faiminger Stausee liegen die Mooswaldseen, entstanden aus Kiesabbau-Gruben im Donaumoos. Das war die zweite Station der NABU-Exkursion. Dort konnte man einen Singschwan rufen hören, doch zu sehen war er zunächst nicht. Vom Beobachtungsturm aus waren dann nicht nur der Singschwan und einige Silberreiher auszumachen, sondern unzählige Enten und Gänse, insbesondere Graugänse. Immer wieder flogen Trupps der Graugänse auf oder in das Seengebiet ein und zeigten dabei die charakteristische V-Formation.

Manfred Stephan



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