Schorndorf Aktuell
vom 22. November 2001

664 Nisthöhlen bei Buhlbronn im Blick

Vogelbetreuer Rudi Mertens vom Naturschutzbund hat wieder 270 Hektar großen Bezirk kontrolliert.

(kgu). Vogelbetreuer Rudi Mertens vom Naturschutzbund hat von Mitte März bis Oktober 664 Nisthöhlen auf der 270 Hektar großen Buhlbronner Markung kontrolliert, gereinigt und zehn Vogelarten, vor allem Jungvögel, beringt und beobachtet.

Rudi Mertens aus Buhlbronn ist seit 20 .Jahren ehrenamtlicher Mitarbeiter der Vogelwarte Radolfzell. Seither untersucht er Gelege, hält Brutverläufe fest, und gibt die Daten weiter an die Forschungsstelle für Ornithologie der Max-Planck-Gesellschaft in Radolfzell. Die ersten 50 Nistkästen sind bereits im Jahre 1952 angebracht worden von Buhlbronner Obst- und Gartenbaufreunden, unterstützt von der damals noch selbstständigen Gemeindeverwaltung. Den gefiederten Sängern und Schädlingsvertilgern (Höhlenbrütern) sollte ausreichend Wohnraum zur Verfügung gestellt werden und Schutzräume im Winter.
Mertens Kontrollgebiet liegt zwischen den Höhenlagen der Berglen und dem Wieslauf- und Schornbacher Tal. Von den 664 Nistkästen waren im vergangenen Jahr 375 von Vögeln belegt. Im langjährigen Vergleich ist das ein recht zufriedenstellendes Ergebnis. 263 Kästen waren von Meisen bewohnt, 167 davon von der größten und bekanntesten heimischen Meisenart, der Kohlmeise. Sie ist der erste und letzte regelmäßige Gast im winterlichen Futterhaus. Kohlmeisen können in günstigen Jahren bis zu zehn Junge großziehen. 79 Blaumeisenpaare waren da. In der kalten Jahreszeit schätzen sie vor allem ein Fettfuttergemisch in aufgehängten Meisenringen. Die Tannenrneise belegte nur vier (Vorjahr drei), die nur elf Gramm leichte Sumpfmeise war in zwölf Kästen zu Hause (Vorjahr 14). Die drollig wirkende Haubenmeise fand Rudi Mertens in einem Kasten. Ihr Standort sind vor allem Nadelwälder. Im Jahr 2001 sind in 24 Kästen Halsbandschnäpper eingezogen, deren Männchen im Sommerkleid durch den weithin sichtbaren
Halskragen auffallen. In drei Kästen residierten Grauschnäpper (Vorjahr vier) und in fünf Trauerschnäpper. Die Zugvogel Halsbandschnäpper betreibt die Jagd auf fliegende Insekten mit elegantem schnellem Flug von einer Sitzwarte aus - ein gutes Erkennungszeichen für den Vogelbetreuer Rudi Mertens. Er machte in den zurückliegenden Jahren interessante Beobachtungen von der Standorttreue eines Halsband- schnäppers, der im September ins westafrikanische Winterquartier zieht: Das Halsbandschnäpper- Weibchen mit der Ring-Nr. BH 63047 wurde am 27. Mai 1994 mit ihren Jungvögeln in einem Obstbaumbestand bei Buhlbronn beringt. Seitdem brütete sie jedes Jahr im gleichen Revier. Bei der Kontrolle am 16. Juni 2000 (mit drei Jungvögeln) war der Zugvogel nach Buhlbronn gut sieben Jahre alt. Mertens vermutet, dass der heimattreue Vogel in seinem bisherigen Leben auf dem Zug in das Winterquartier und zurück etwa 84 000 Kilometer zurücklegte. Der Buhlbronner Vogelbetreuer konnte ihn heuer leider aber nicht mehr beobachten.

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