Schorndorf Aktuell
vom 2. November 2001

Ehemaliger Steinbruch ein Naturparadies

Mitarbeiter des Forstamts, 16 Kinder und Jugendliche der NAJU und Aktive des Naturschutzbundes aktiv am wertvollen Biotop

(mpf). Wie wenn Winnetou um die Ecke biegen würde: Das Szenario beim ehemaligen Steinbruch unterhalb Schlichtens erinnert ein wenig an Bad Segeberg. Er ist aber ein Biotop ersten Ranges, das gepflegt werden will.

Am Mittwochmorgen rückten Forstamtsmitarbeiter, 16 Kinder und Jugendliche sowie NABU- Betreuer im Rückzugsgebiet für Amphibien und Insekten dem vorrückenden Wald zuleibe. Im ehemaligen Sandsteinbruch wurde dabei kräftig Hand (auch mit der Schere) angelegt, und das mitten an einem Ferientag.Die jungen Naturschützer trugen meist, betreut von mehreren Müttern und NABU-Aktiven um Vereinschef Sombrutzki, große Zweige raus aus dem gut zwei Hektar großen Gebiet, die die Erwachsenen und die Forstarbeiter geschnitten und gerodet hatten.

Beim Pflegeeinsatz
Auch die NAJU macht mit 16 Mädchen und Jungen der NAJU, der Jugend des Naturschutzbundes, beteiligten sich am Mittwochmorgen an der Pflege des ehemaligen Sand- und Sandsteinbruchs unterhalb von Schlichten. Die Aktion auf dem zweieinhalb Hektar großen vom Landkreis unter Schutz gestellten Biotop lief gemeinsam mit dem Forstamt ab.
Bilder: Habermann







Das Naturparadies droht nämlich derzeit, mitten im Wald gelegen, wieder zu verwalden. Auf dem sandigen Boden fühlen sich Kiefern und andere Nadelgehölze wohl. Doch die Verschattung wiederum beeinträchtigt das Leben von sieben Amphibienarten so, dass es bald vorbei wäre mit einem Lebensraum mit außergewöhnlicher Artenvielfalt. Deshalb wurde am Mittwoch das gesamte Gebiet bis zum natürlichen Waldsaum ausgelichtet, die Weiden auf Stock gesetzt und die Nadelgehölze entfernt.
Der Sand- und Steinbruch ist bis Mitte der BOer-Jahre noch betrieben worden. Seither wurde teilweise (illegal) Material aufgefüllt, weshalb sich auch einige Vorgartensträucher breit machten. Im großen Ganzen aber haben sich auf dem sonnigen, geschützten Fleckchen Erde Amphibien angesiedelt
wie die. Gelbbauchunke, die inzwischen europaweit als besonders schützenswert eingestuft wird. Die großen Temperaturunterschiede in dem Gebiet, das nicht nur Brache, sondern auch einen hübschen Tümpel aufweist, bieten ideale Lebensbedingungen für dieses Getier.
Unterstützt wurden die Naturschützer am Mittwoch von drei Waldarbeitern und zwei Universitätspraktikanten um Hubertus Zirkel vom Staatlichen Forstamt. Das Forstamt ist, stark gefragt durch Lothar-Folgen und Käferbefall, sehr froh um die NABU- und NAJU Unterstützung.



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