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Schorndorfer Nachrichten Naturnahe Schädlingsbekämpfung durch NützlingeMit dem Naturschutzbund bei der Katz Biotech in Welzheim
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| Dr. Peter Katz, Gründer und Chef der Nützlingszuchtfirma in Welzheim, zeigt Getreidehalme, auf denen Schlupfwespen gezüchtet werden. Bild: Baireuther |
Gegen Läuse, von denen es etwa Tausend verschiedene Blattlausarten neben Bohnen-und Getreideläusen gibt, kommen aber nicht nur Räuber zum Einsatz, die eine nach der anderen auffressen oder aussaugen, sondern auch Parasiten. Sie legen ihre Eier im Körper des Schädlings ab; die Nachkommen fressen die Laus von innen her auf. Schlupfwespen und Schwebfliegen sind solche Parasiten; eine Schlupfwespe kann in bis zu Hundert Blattläuse ein Ei legen. Daraus entstehen innerhalb von zwei Wochen normalerweise 50 Weibchen, die sofort wieder Eier ablegen - dann in bis zu 5 000 Blattläusen. Während die Schlupfwespe
sich in zwei Wochen also auf das Fünfzigfache vermehrt, kann die Lauspopulation nur auf etwa das Achtfache wachsen. Damit die Bekämpfung mit relativ wenigen Parasiten erfolgreich ist - eine Schwebfliegen-Versandpackung enthält 100 Larven - muss man sie frühzeitig einsetzen, so lange die Blattlauspopulation noch relativ klein ist, sagte Dr. Katz. In der Hochsaison verschickt sein Betrieb bis zu 20.000 Schwebfliegenlarven in der Woche. Für die Zucht der Nützlinge wird Futter gebraucht in Form der Schädlinge, die deshalb ebenfalls von Katz Biotech gezüchtet werden, zum Beispiel bis zu 50 000 Läuse täglich.
Die Nützlinge werden auch zum Test von Pflanzenschutzmitteln gebraucht - schließlich sollen sie den Schädlingen den Garaus machen, die Nützlinge jedoch verschonen. Früher wurde hierzulande nämlich bei der Bekämpfung der Obstbaum-Spinnmilbe auch gleich ihr natürlicher Widersacher, nämlich die Obstbaum-Raubmilbe, zu Tode gespritzt, so Dr. Katz. Neben Läusen und anderen Insekten sind die Spinnmilben bedeutende Schädlinge, denen mit einer Raubmilbe aus Südamerika zu Leibe gerückt werden kann. Die Milben verschickt Katz auf einem Pflanzenblatt.
Die biologische Schädlingsbekämpfung hat vor etwa 50 Jahren an Bedeutung gewonnen, als fremde Schädlinge importiert wurden. So kam der Kartoffelkäfer aus Südamerika; der Versuch, auch seine Feinde zu importieren, blieb erfolglos. Hingegen konnte zur Schildlaus im Obstbau die passende Schlupfwespe erfolgreich nachimportiert werden.
Die in Welzheim gezüchteten Milben, Käfer- und Fliegenlarven kommen hauptsächlich im ökologischen Gemüse- und Pflanzenbau unter Glas zum Einsatz, aber auch bei Zierpflanzen - zum Beispiel im Mercedes-Verkaufshaus in Berlin, wo chemische Pflanzenschutzmittel die Lacke der Ausstellungsfahrzeuge angreifen könnten. Außerdem gehören immer mehr Hobbygärtner,. insbesondere mit Kleingewächshaus, zu den Kunden.
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