Schorndorfer Nachrichten
vom 9. Juni 2001

Schnecken bekämpfen ohne Chemie

Der Naturschutzbund empfiehlt natürliche Methoden gegen den Feind im Garten

Schorndorf und Umgebung. Sie zählen zu den gefürchtetsten Feinden des Menschen im Garten: die Schnecken. Was aber tun, wenn man nicht gerade zum giftigen Schneckenkorn greifen will? Der Naturschutzbund hält einige gute Tipps parat.
Schnecken bestehen zu 85 Prozent aus Wasser und bewegen sich auf einer Schleimspur fort. Der Schleim besteht ebenfalls überwiegend aus Wasser. Dies gelte sowohl für Nackt- als auch für Gehäuseschnecken. Verdunstung, Wasserverlust und Hitze sind die größten Gefährdungsfaktoren für Schnecken. Trockenen und saugfähigen Untergrund mögen sie nicht. Dann, müssen sie fürs Kriechen sehr viel Schleim produzieren und trocknen schneller aus.
Dem Gartenbesitzer ein Graus: Schnecken, die sich übers Gemüse hermachen.
Archivbild: Zürn

Kompost oder Sand auf den Boden streuen kann helfen

Beobachtet man die Lebensweise der Schnecken, kann man ihnen durch gezielte Abwehrmaßnahmen das Leben bzw. das Fressen schwer machen. Krümeliger Boden zum Beispiel hält Schnecken fern, da sie bei Trockenheit in Erdspalten flüchten, selbst aber keine Löcher graben können. Um den Boden zu lockern, kann man lehmigen und tonreichen Böden Kompost und Sand zugeben. Es kann allerdings mehrere Jahre dauern, bis dadurch eine stabile krümelige und feine Struktur entsteht. Setzlinge sollten möglichst in Mischkulturen gepflanzt werden. Dann verteilen sich die Schnecken zumindest auf verschiedene Nahrungsquellen und räumen nicht ein ganzes Beet leer.
Drückt man zusätzlich den Boden um die frisch gesetzten Pflanzen ein wenig an, streut etwas Urgesteinsmehl oder Asche darauf, fällt den Schnecken der Zugang zu den Setzlingen nicht ganz so leicht.
Schnecken können durch bestimmte Leckerbissen von einem frischen Saatbeet abgelenkt werden. Sie lieben zum Beispiel Gartenkresse und Gelbsenf. Haben sie sich an diesen Futterstellen eingefunden, können sie abgelesen werden. Recht aufwendig, aber wirksam sind wiederum Schneckenzäune.
Auch beim Gießen gibt es einiges zu beachten. Am besten wässern Sie morgens, möglichst direkt an den Pflanzen. Ist der Boden flächendeckend berieselt, erhöht dies den Bewegungsradius der Schnecken.
Wird abends gegossen, gehen die Tiere unter den Pflanzen in Deckung und bleiben auch tagsüber dort. Immer beliebter unter Garten- und Tierfreunden wird der Einsatz einer ganz besonderen biologischen Waffe. Bei Laufenten stehen Nacktschnecken weit oben auf dem Speiseplan. Die Enten sollten jedoch nicht allzu lange unbeaufsichtigt im Garten bleiben: Sie sehen sich dort gerne auch nach anderen (pflanzlichen) Leckerbissen um. Das sind oft auch die der Menschen.
Wer sich noch mehr gegen Schnecken rüsten will, dem empfiehlt der Naturschutzbund das Buch "Schneckenbekämpfung ohne Gift" von Claudia Graber und Henri Suter (Kosmos-Verlag). Informationen zum Thema gibt's auch auf der NABU-Homepage unter http://www.nabu-bw.de
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