Schorndorfer Nachrichten
vom 25. Januar 2001

Vögel und Insekten in Nistkästen

Vogelbetreuer Rudi Mertens (aktives Mitglied beim NABU Schorndorf)  beobachtete und registrierte das Leben in 360 Nistkästen

(kgu/red). Vogelbetreuer Rudi Mertens vom Naturschutzbund hat von März
bis Oktober 664 Nisthöhlen auf der Markung Buhlbronn kontrolliert, gereinigt und elf Vogelarten, vor allem Jungvögel, beringt und beobachtet.
Rudi Mertens ist seit 19 Jahren ehrenamtlicher Mitarbeiter der Vogelwarte Radolfzell. Seither untersucht er Gelege, hält Brutverläufe fest und gibt die Daten weiter an die Forschungsstelle für Ornithologie der Max-Planck-Gesellschaft in Radolfzell. Die ersten 50 Nistkästen waren bereits 1952 angebracht worden von Buhlbronner Obst- und Gartenbaufreunden sowie Mitarbeitern
der Gemeindeverwaltung des damals noch selbstständigen Dorfes. Den gefiederten Sängern und Schädlingsvertilgern sollte ausreichend Wohnraum zur Verfügung gestellt werden und Schutzräume im Winter. Mertens' Kontrollgebiet liegt zwischen den Höhenlagen der Berglen und dem Wieslauftal. Zur Zeit gibt es 664 Nistkästen. 360 waren im vergangenen Jahr von Vögeln belegt. Das Ergebnis sei im langjährigen Vergleich zufrieden stellend.
233 Kästen waren von Meisen bewohnt, 140 davon von der größten heimischen Meisenart, der Kohlmeise. 76 Blaumeisenpaare waren darunter, die Tannenmeise belegte nur drei (Vorjahr vier), die nur elf Gramm leichte Sumpfmeise war in 14 Kästen zu Hause (Vorjahr neun). Die drollig wirkende Haubenmeise fand Rudi Mertens in keinem Nistkasten. Ihr Standort sind hauptsächlich Nadelwälder. Im Vorjahr waren sie zweimal anzutreffen.
Im vergangenen Jahr sind 35 Brutpaare der Fliegenschnäpper aus Afrika eingewandert. In 26 Kästen zogen Halsbandschnäpper ein, deren Männchen im Sommerkleid durch den weithin sichtbaren Halskragen auffallen. In drei Kästen residierten Grauschnäpper und in sechs Trauerschnäpper.
Der prächtige Gartenrotschwanz war in zwölf Nisthöhlen heimisch. Den Hausrotschwanz, dessen Männchen schwarz ist fand Mertens dagegen nur einmal. Zwei Gartenbaumläuferpärchen waren Mieter in einer Baumläuferhöhle aus Holzbeton und brüteten dort sechs weißgrundige, braungefleckte Eier aus. Von den 35 Sperlingspaaren kamen drei zu einer zweiten Brut, eines sogar zu einer dritten Brut.
Der rindenfarbige Wendehals geht im September auf Reise ins tropische Afrika. Heuer ist er nur einmal auf den Berglen heimisch geworden (1999 und 1998 je zweimal). Im Nest registrierte Mertens neun schwach glänzende, weiße Eier.
Bei den Kleibern beobachtete Mertens eine Verdoppelung der Brutpaare auf zwölf (78 Eier). Der Höhlenbrüter verklebt den Eingang seiner Nisthöhle, um das Gelege zu schützen, teilweise mit Erde. Einmal nistete ein Schleiereulenpaar in einer Scheune im offenen Gelände. Drei rundliche Eier lagen in der Nisthöhle eines Waldkauzes. Außerdem brüteten fünf Starenpaare, die in drei Fällen sogar ein zweites Mal aktiv wurden.
Ein Turmfalken-Pärchen war erneut Gast im Wieslauftal. Es brütete fünf Eier aus.
Auch Insekten finden sich in den Nistkästen: In vier saßen Hornissen, in sechs Wespen und in einem Hummeln. Wenn etwa die Meise vertrieben ist, überwölben Hummeln die Nestmulde, schließen sie oben und legen den Grundstock für ihren Staat.
In sieben Sommerquartierbehausungen hingen 24 Fledermäuse (Vorjahr: 35). Der rattengroße Siebenschläfer mit dem buschigen Schwanz bezog sein Sommernest in 17 Nistkästen (Vorjahr: vier). Von Mai bis August wurden in einem Kasten auch Gelbhalsmäuse beobachtet, deren Schwanz bis zu 13 Zentimeter lang wird.
Die meisten Nistkästen haben einen 32 Millimeter großen Flugloch-Durchmesser. Hinzu kommen größere Sonderbehausungen für Baumläufer, Schleiereulen und Turmfalken.
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