Neues Sumpfschrecken-VorkommenDie Sumpfschrecke (Mecostethus grossus) ist eine stark gefährdete und streng geschützte Heuschreckenart. Die Weibchen werden bis zu 40 mm groß und sind prächtig gelb/grün/braun gefärbt; die Männchen sind - wie bei Heuschrecken oftmals der Fall - viel kleiner und schlichter gefärbt. Sie bewohnt vor allem feuchte Wiesen, ein Lebensraum, der bei uns im Remstal sehr selten geworden ist. Zudem ist sie sehr anfällig gegenüber Belastungen z.B. durch Überdüngung des Bodens. Daher ist ein Nachweis der Sumpfschrecke zumeist auch als positives Zeichen für den guten Zustand der Wiese zu werten. Da sie nicht sonderlich "mobil" ist, verschwindet sie nach der Trockenlegung ihres Lebensraumes oder bei groben Veränderungen. Im Sommer ist die Sumpfschrecke leicht zu finden. Die Paarungslaute, die sich wie ein kurzes Schnippen mit den Fingernägeln anhören, werden vom Männchen vorgetragen und sind recht gut zu hören. Sie entstehen, indem die Unterschenkel der Hinterbeine rasch an den Kanten der Flügel vorbeigezogen werden. Die Eier werden im Wurzelbereich oder dicht über dem Boden an Seggengräsern und anderen typischen Pflanzen der Feuchtwiesen abgelegt und im Sommer darauf schlüpfen - nach bis zu zehnmaliger Verpuppung! - die fertigen Sumpfschrecken. In den letzten Jahren waren nur sehr wenige Vorkommen im Rems-Murr-Kreis bekannt. Auch die Suche in geeigneten Wiesen blieb oft ergebnislos. 2003 wurde dann zu unserer Überraschung ein kleines Vorkommen in Plüderhausen entdeckt und bei einem Pflegeeinsatz 2004 fanden wir auch Sumpfschrecken im Naturschutzgebiet Morgensand/Seelachen. Umso erfreulicher ist daher, dass Mitglieder des NABU Schorndorf dieses Jahr an zwei bisher unbekannten Standorten Sumpfschrecken fanden: Zum einen im Bärenbachtal bei Urbach, das andere Vorkommen liegt im Gutenauer Tal bei Urbach. Die Vorkommen wurden bei den zuständigen Stellen bereits gemeldet. Da beide Gebiete in bereits geschützten Biotopen und in einem FFH-Gebiet liegen, sind die Aussichten für eine Sicherung dieser Vorkommen relativ gut. Jörg Daiss
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