Der geplante Hochwasserrückhalteraum im Remstal

Nach §29 des Bundesnaturschutzgesetzes ist dem NABU als anerkanntem Naturschutzverband bei bestimmten Bauvorhaben Einsicht in die entsprechenden Planungsunterlagen sowie Gutachten zu gewähren und die Möglichkeit gegeben, Bedenken oder Vorschläge in Form einer Stellungnahme abzugeben! Unsere NABU-Gruppe hat sich mit 1 bis 2 solcher Projekte im Jahr auf ehrenamtlicher Basis zu beschäftigen. "Ehrenamtlich" bedeutet dabei vor allem auch: unentgeltlich und auch ohne irgendeine Unkostenerstattung.

Eine Planung hat uns in den letzten beiden Jahren besonders stark in Anspruch genommen, nämlich das geplante Hochwasserrückhaltebecken in der Remsaue zwischen Schorndorf und Winterbach. Nicht, dass wir am Sinn dieser speziellen Maßnahme gezweifelt hätten, im Gegenteil: bei entsprechender Ausführung könnte dies nicht nur dem Hochwasserschutz, sondern auch dem Naturschutz dienen. Was uns Sorge bereitet, ist vielmehr das, was drum herum, im Umfeld geschehen soll. So soll der geplante Überflutungsbereich selber nur etwa die Hälfte des hier noch nicht bebauten Talraumes einnehmen und - jetzt kommt es - für die restlichen Flächen besteht die Absicht einer "totalen Bebauung'.

Aus unserer Sicht ist dies ein Hochwasserschutz mit "gespaltener Zunge". Denn: Weiterer potentieller Retentionsraum geht verloren und die Hochwassergefahr für die Betroffenen am Unterlauf wird mit jeder weiteren Versiegelung im Talraum zunehmen! Unter einer solchen Voraussetzung müsste auch das geplante Rückhaltebecken aus naturschutzfachlicher Sicht neu überdacht werden. Die Isolation des Gebietes würde zunehmen. Möglicher Rückzugs- und Wiedereinwanderungsraum für weniger mobile Tierarten wäre nicht mehr vorhanden. was hier im Flutungsfall zum Verlust vieler Tierarten führen könnte. Insgesamt gesehen hatten wir den Eindruck, dass hier nicht - wie von Verantwortlichen oft gepriesen - die Natur gewinnt, sondern viel mehr ein Alibi für eine weitere rücksichtslose Bebauung des Remstales gesucht wird.



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