Kartierung von Amphibien und Reptilien

Motivation

Wasserfrosch, Grasfrosch und Moorfrosch
Foto: G. Becker
Amphibien-Reptilien-Biotopschutz

Seit mehr als zwei Jahrzehnten betreibt die Arbeitsgruppe "Amphibien-Reptilien-Biotopschutz" (ABS) die Kartierung der Herpetofauna Baden-Württembergs mit dem Ziel, für dieses Bundesland erstmals einen Verbreitungsatlas der heimischen Kriechtiere zu erstellen. Die Feldarbeit wurde im Sommer 2000 beendet. Im Rahmen dieser Kartierung untersuchte eine sechsköpfige Arbeitsgruppe vom NABU Schorndorf etwa 150 Biotope im Raum Schorndorf auf das Vorkommen von Amphibien und Reptilien. Sie wurde unterstützt durch Beobachtungsmeldungen von Herr Frieder Schmidt und Herr Josef Diettrich.

Vorgehensweise

Untersucht wurden Gebiete im Remstal zwischen Winterbach und Plüderhausen, Teile des Mittleren Schurwalds bis Nassach und einige Standorte im unteren Teil des Wieslauftals bis Rudersberg. Für einen Teil der Biotope lagen bereits ältere Daten aus der Zeit vor 1998 vor, die überprüft werden mussten, andere wurden zum ersten Mal kartiert. Ein flächendeckende Kartierung war leider nicht möglich. Deshalb beschränkte sich die Kartierung vor allem auf solche Standorte, von denen interessante oder seltene Arten nachgewiesen oder zu erwarten waren. Für alle aufgeführten Biotope wurden die wichtigsten Kenndaten zu Lage, Vegetation, Gefährdung, Umgebung und Schutzstatus erfasst. Neben der Erfassung des Bestands einiger Biotope und deren Beschreibung wurden auch zahlreiche Einzelbeobachtungen und Zufallsfunde in die Liste aufgenommen.

Artenliste

Im Untersuchungsgebiet wurden insgesamt 16 Amphibien- und 5 Reptilien-Arten festgestellt. Neben so häufigen Arten wie Grasfrosch, Erdkröte und Blindschleiche konnten auch seltenere Arten beobachtet werden. Selbst einige Exoten wie die Chinesische Rotbauchunke, der Marmormolch oder der Ochsenfrosch wurden beobachtet. Bei ihnen handelt es sich mit Sicherheit um Gefangenschaftsflüchtlinge oder um ausgesetzte Tiere.

Amphibien Reptilien Exoten
Grasfrosch Wechselkröte Ringelnatter Marmormolch
Teichfrosch Kammmolch Schlingnatter Ochsenfrosch
Seefrosch Fadenmolch Blindschleiche Chinesische Rotbauchunke
Laubfrosch Bergmolch Zauneidechse  
Wasserfrosch Teichmolch Bergeidechse  
Erdkröte Feuersalamander    
Gelbbauchunke      

Bewertung

Während einige Arten, wie der Grasfrosch oder die Erdkröte noch an vielen Stellen individuenreiche Vorkommen besitzen, stellt sich die Entwicklung der Bestände einiger Arten bedrohlich dar. Dies betrifft neben den Arten wie die Wechselkröte, die im Raum Schorndorf schon immer zu den Seltenheiten gehörte, auch solche Arten, die früher durchaus häufig waren. Der Laubfrosch konnte nur noch an wenigen seiner ehemaligen Standorte nachgewiesen werden und auch die Überprüfung von bekannten Schlingnatter-Standorten blieb größtenteils ergebnislos. Ebenfalls sehr beunruhigend ist der auffällige Rückgang der Gelbbauchunke, die noch vor wenigen Jahren in fast jeder wassergefüllten Wagenspur beobachtet werden konnte.

Michael Rommel
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