Unser Bäderwiesen-GrundstückKauf einer für den Naturschutz wichtigen Fläche in PlüderhausenWie schon mehrfach mitgeteilt, hat sich unsere NABU-Gruppe verstärkt vorgenommen, für den Naturschutz wertvolle Flächen durch Kauf zu sichern. Wir fühlen uns auch durch aktuelle Geschehnisse in unserer Meinung bestärkt, da es jüngst mehrfach zu illegalen aber vor allem auch legalisierten Eingriffen oder Zerstörungen von eigentlich gesetzlich geschützten Flächen kam. Gerade die legalisierten Eingriffe sind hierbei für uns besonders ernüchternd, da die in unserem Naturschutzgesetz festgeschriebenen Ausnahmeregelungen fast immer nach dem jeweiligen Geschmack und Bedarf der Verwaltungen und Behörden ausgelegt werden. Der Erwerb von Flächen durch den privaten Naturschutz, mag er auch noch so sehr als "Tropfen auf dem heißen Stein" angesehen werden, ist und bleibt daher die höchste Schutzkategorie, die ein Gebiet erlangen kann. So gelang es uns dank Ihrer Spenden und Mitgliedsbeiträge im vergangenen Jahr, ein rund 1600 qm großes Grundstück auf der Gemarkung Plüderhausen, südlich der B 29 durch Kauf zu sichern. Es handelt sich um eine recht feuchte Fläche, die von einem kleinen Wiesenbach durchquert wird. Zu etwa der Hälfte ist das Gebiet mit Gehölzen (u.a. Weiden, Erlen, aber auch nicht standortgerechten Arten wie Felsenbirne oder Korkenzieherweide!) bestockt. In diesem Bereich befindet sich auch ein etwa 100 qm großer Teich, der jedoch unter der Beschattung durch die Gehölze leidet und daher fast keine Vegetation (Wasser- und Sumpfpflanzen) aufweist. Die restliche Fläche kann dem "feuchten Grünland" zugeordnet werden, welches allerdings vermutlich bis dahin wohl relativ früh und häufig gemäht wurde. Das könnte die Ursache dafür sein, dass wir von den standorttypischen Pflanzenarten nur wenige und die nur in geringer Individuenzahl vorgefunden haben.
Foto: G. LangSeit dem Eigentumsübergang (Mitte 1999) gelangen uns bereits einige bemerkenswerte Tier- und Pflanzenbeobachtungen. So konnten hier der vom Aussterben bedrohte Eisvogel und auch der Graureiher bei der Nahrungssuche beobachtet werden, welche sich hier offensichtlich an dem Vorkommen des Dreistachligen Stichlings erfreuen. Des weiteren kommen in dem unmittelbar angrenzenden Areal Teichrohrsänger und Blessralle als Brutvogel vor. Auch tummelten sich hunderte Kaulquappen (unbestimmter Art) in dem Wiesenbach, der langsam fließend das Grundstück durchläuft. Aus floristischer Sicht sind der Bittersüße Nachtschatten, Wasserschwertlilie, Wiesenknöterich und Blutweiderich zu erwähnen. Als Kuriosität sind zwei verkümmerte Horste der Sibirischen Schwertlilie anzusehen, zumal diese Art in unserem Raum keine natürliche Verbreitung hat. Sie dürfte daher sicherlich künstlich eingebracht worden sein. Bei den genannten Feststellungen handelt es sich ausschließlich um Zufallsbeobachtungen. Daher beabsichtigen wir im Jahr 2000 zunächst eine möglichst genaue Inventarisierung der wichtigen Pflanzen- und Tiervorkommen. Dies soll uns Hinweise auf zukünftig durchzuführende Pflege- oder Entwicklungsmaßnahmen geben. Vorab wurden von uns bereits standortfremde Gehölze entfernt und der Gehölzbestand im Bereich des kleinen Weihers aufgelichtet. Arnold Sombrutzki
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