Rückblick auf das Jahr 1999Liebe Mitglieder und Freunde der NABU-Gruppe Schorndorf und Umgebung e.V.,
Mit dem Jahr 1999 ist für die Vorstandschaft ein ereignisreiches
und anstrengendes Jahr zu Ende gegangen. Teilweise haben wir
wichtige Dinge erreicht und in die Wege leiten können. Als
herausragendes Ereignis sollte hier als erstes die Reaktivierung der
Jugendgruppe genannt werden, die vor allem dank unseres neuen
Jugendleiters Christoph Haller und unseres Pressereferenten Manfred
Stephan zu einem vollen Erfolg wurde. Hiermit haben wir einen
wichtigen Grundstock für die Zukunft unseres Vereins gelegt, indem
wir so die Hauptziele unserer Arbeit an junge Menschen herantragen können.
Denn auch in Zukunft wird es nötig sein, die Bedeutung und Schönheit
unserer Natur sowie die Notwendigkeit ihres Schutzes einer breiteren
Öffentlichkeit näher zu bringen. Einen weiteren Höhepunkt stellte der Kauf eines Feuchtgebietes bei Plüderhausen dar (siehe ausführlichen Bericht!). Der Grundbesitz unserer NABU-Gruppe erhöhte sich damit auf 6657 Quadratmeter. Dies alles sind Flächen, die dank Ihrer Mitgliedsbeiträge und Spenden dauerhaft gesichert werden konnten, was für die gerade bei uns so extrem geschundene Natur in noch weitaus größerem Maße wünschenswert wäre. (s. Bericht Unser Bäderwiesen-Grundstück)
Als sehr erfreulich muss auch das steigende Interesse an unserem Jahresprogramm bezeichnet werden. So konnten wir bei manchen Veranstaltungen über 50 Teilnehmer zählen. Aber nicht nur unsere Führungen und Vortragsabende wurden gut besucht, auch die Zahl der Personen, die sich aktiv bei unseren Pflegeeinsätzen beteiligten, nahm deutlich zu. Ihnen soll an dieser Stelle unser ganz besonderer Dank ausgesprochen werden. Wir werten diese Entwicklung als Bestätigung für unser bisheriges Tun und als Ansporn, unsere Naturschutzarbeit - trotz einem immer stärker werdenden Gegenwind - so wie bisher weiterzuführen. Damit kommen wir zur Kehrseite des vergangenen Jahres und die war eine massive öffentliche Stimmungsmache durch gewählte Bürgervertreter gegen den privaten wie auch amtlichen Naturschutz. Am Beispiel des Hochwasserschutzes wurden dafür sogar die Ängste der vom Hochwasser betroffenen Menschen gegen uns missbraucht: Es wurde in mehreren Presseveröffentlichungen ausgerechnet der Naturschutz als Verursacher für einen möglichen nächsten Hochwasserschaden dargestellt, obwohl die Naturschutzverbände schon seit Jahrzehnten die heute bestehende Hochwasserproblematik prophezeit haben. Sie haben sich dabei stets für den Erhalt bzw. für die Wiederherstellung von Überflutungsflächen eingesetzt. Gerade im Remstal wurden und werden immer noch flussnahe Freiflächen, die eine solche Funktion übernehmen könnten, rücksichtslos für die Bebauung verplant. Als typisches, fast schon kurios zu nennendes Beispiel sei hier der Talraum zwischen Schorndorf-Weiler-Winterbach angeführt, in dem ja ein solches Hochwasserrückhaltebecken geplant wird. Zum einen hat man hier Bereiche gezielt von der Überflutung ausgenommen, um das geplante Gewerbegebiet "Sündle" und die "Westumgehung Schorndorf" verwirklichen zu können. Zum anderen ist um die übrigen bauwerksbedingten Restflächen eine Art "Leichenfledderei" entbrannt, bei der man sich ausschließlich Gedanken macht in welcher Form man diese möglichst schnell bebauen könnte. Es dürfte wohl zwischenzeitlich jedem verständlich sein, dass die Hochwassersituation durch die hier beabsichtigte Bebauung, aber auch durch die immer rascher fortschreitende Bodenversiegelung im gesamten Einzugsbereich der Rems sich sicherlich nicht entspannen dürfte. Auch wird für unsere Breiten von Meteorologen neben einem Temperaturanstieg auch die Erhöhung der Niederschlagsmengen aufgrund der globalen Klimaveränderungen vorhergesagt. Daher sollten - auch im Hinblick auf kommende Generationen - die wenigen heute noch übrig gebliebenen flussnahen Freiflächen als potentielle Retentionsräume von der Bebauung strikt ausgenommen werden. Ansonsten müssen sich die Verantwortlichen, die heute als "Hochwasserschutzengel" auftreten, den Vorwurf gefallen lassen, dass sie das Sprichwort "nach mir die Sintflut" wortwörtlich nehmen. Ich verspreche Ihnen, dass wir uns auch im kommenden Jahr mit den Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen, für die Belange des Natur- und Umweltschutzes in unserem Einzugsgebiet einsetzen werden. Wir hoffen, dass Sie uns auch weiterhin mit Ihrer Mitgliedschaft dabei unterstützen werden und bedanken uns ganz herzlich für Ihr bisheriges Vertrauen. Ihr Arnold Sombrutzki |
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