Siebenschläfer & Co - die Letzten ihrer Art

Wie jedes Jahr habe ich mir für die NAJU ein abwechslungsreiches Jahresprogramm überlegt. Im Januar entspannten wir beim Schlittschuhlaufen und im Kino. Der Film "Dieses bescheuerte Herz", der von einem herzkranken Jungen erzählt, hinterließ bleibende Eindrücke. Um aktiv etwas gegen das Insektensterben zu tun, das erst seit diesem Jahr in aller Munde ist, bastelten wir im Februar Ohrwurmtöpfe und Bündel aus Holunderzweigen. Die Vogelkästen im Schinderhüttengebiet wurden von uns gereinigt und im Mai auf Bruterfolg kontrolliert.

Der Frühling war ausgefüllt mit der Verarbeitung von Bärlauch und dem anschließenden Verkauf von selbstgemachtem Pesto und Bärlauchbutter auf dem Schorndorfer Wochenmarkt.

Im Juni wanderten wir auf den Buitersberg in Weiler, wo wir bei einem kleinen Picknick die unterwegs gesammelten, zuckersüßen Vogelkirschen (nicht -beeren!) verspeisten.

Das im Rahmen des Zeltlagers geplante Eseltrekking fand im Juli mit Verstärkung durch Geschwisterkinder statt. Es wurde ein wunderschöner, erlebnisintensiver Tag mit fünf ganz unterschiedlichen Eseln - jeder einfach zum Verlieben! Den krönenden Abschluss bildete ein Eisessen im Biergarten der Zachersmühle. Im Herbst organisierte unsere langjährige Betreuerin Anna Teegelbekkers, nun erfolgreiche Medizinstudentin, einen Spielenachmittag mit Wikingerschach, Uno und dem obligatorischen Werwolf. Vielen Dank für die Unterstützung! Das Apfelsaftpressen konnte nach mehreren Telefonaten doch noch stattfinden, mit der Mindestzahl von drei Teilnehmern. Mit Hilfe von Handmühle und -presse produzierten wir etwa 11 l köstlich süßen Apfelsaft aus Goldparmäne, Gewürzluiken, Boskop, Rosenapfel und Brettacher. "Mhm, war der lecker!" Den Rest durften die Kinder mit nach Hause nehmen. Herzlichen Dank an Günther Lang für das Leihen der Geräte!

Zum Plätzchenbacken füllte sich unser Haus mit Kindern und wundervollem Plätzchenduft. Voller Eifer wurden Nougatstangen geformt, Gutsle ausgestochen und verziert. Ein Teil des Gebäcks wurde sofort an Ort und Stelle "vernichtet", ein Teil zum Probieren für Eltern und Geschwister mitgenommen und eine Dose für die Weihnachtsfeier aufgehoben.

Leider hat sich die noch im vergangenen Jahr gehegte Hoffnung auf neue NAJU-Kids nicht erfüllt: unsere Gruppe stagniert auf dem niedrigen Niveau von sechs Kindern. Erstmalig musste das alljährliche Zeltlager wegen mangelnder Teilnehmerzahl ausfallen. Fünf weitere Termine konnten nicht stattfinden, also rund ein Drittel des Jahresprogramms. Wir haben den "Generationenwechsel" innerhalb der Gruppe nicht geschafft, wir erreichen die jüngeren Kinder nicht mehr.

Müssen wir das Einstiegsalter heruntersetzen, um mit Pfadfindern und Jungschar konkurrieren zu können? Liegt es am allgemeinen Schul- und Freizeitstress? Wollen die Zehnjährigen nicht mehr raus in die Natur, vor allem nicht bei schlechtem Wetter? Ist unser Programm nicht attraktiv genug? Sind Computer, Handy, Musik und Sport wichtiger?

Darüber habe ich mir lange den Kopf zerbrochen, aber es bleibt alles nur Spekulation. Erschwerend kommt hinzu, dass ich das gesamte Programm für die Jugendgruppe seit mehr als zwei Jahren praktisch allein stemmen muss, und dies jeweils Samstagnachmittag nach einem anstrengenden Arbeitstag auf dem Schorndorfer Wochenmarkt, der um 6 Uhr morgens beginnt.

Fakt ist, dass es so nicht mehr weitergehen kann, dass dies das vorläufige Ende der Schorndorfer Naturschutzjugend "Siebenschläfer & Co" bedeutet. Seit Anfang des Jahres gehöre ich zu den Über-Fünfzigjährigen und es wäre nach nunmehr 17 Jahren an der Zeit für einen Generationenwechsel auch an der Spitze.

Mit Trauer und Wehmut verabschiede ich mich von meinen NAJU-Kids, die mir über die Jahre sehr ans Herz gewachsen sind.

Unser Nistkastenprojekt will ich nicht sterben lassen. Daher werde ich versuchen, es mit kurzfristiger Terminabsprache fortzusetzen. Wer also Lust auf ein Wiedersehen hat, kann gerne kommen.

Ich habe die Jugendarbeit des NABU sehr gerne und mit sehr viel Herzblut gemacht und mir bleiben viele wunderschöne Erinnerungen. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass sich in Zukunft jemand findet, der mit meiner Unterstützung einen Neubeginn wagt!

Ganz herzlich bedanken will ich mich bei allen NAJU-Kids, die über viele Jahre treu zu unseren Treffen gekommen sind - Ihr wart eine tolle Truppe!

Michaela Teegelbekkers



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