| Häufigkeit im Raum Schorndorf | RL |
Regelmäßiger Brutvogel in geeigneten Habitaten. Durch Verschmutzung der Fließgewässer, aber auch durch akuten Mangel an Nistmöglichkeiten , wurden W. in wenige geeignete Habitate verdrängt. Mit dem vermehrten Bau von Kläranlagen (ab Anfang der 70er Jahre) und die damit verbundene steigende Qualität der Fließgewässer erfolgte eine teilweise Wiederbesiedlung einiger Bäche. Viele Bereiche hatten danach eine geeignete Wasserqualität, es fehlten jedoch geeignete Niststätten, weil die Modernisierung, z.B. beim Brückenbau nur noch glattwandige Betonflächen hervorbrachte.
In Zusammenarbeit mit den Staatlichen Forstämtern der Umgebung konnten ab 1970 geeignete Brücken und sonstige Bauwerke mit Nistkästen bestückt werden . Die Bestandsentwicklung bis 1987 wird nachstehend dargestellt.
Bearbeitungsgebiet:
Zu Beginn vor allem die Seitenbäche des Remssystems zwischen Winterbach und östlich Schwäbisch Gmünd. Als Vergleichsbäche teilweise die Bäche Nassach, Maarbach und Lein, sowie die Rot und die Blinde Rot. Mit Zuname der Population waren auch Kontrollen innerhalb von Ortschaften notwendig. Insgesamt wurden regelmäßig 82,4 km geeignete Fliesgewässer kontrolliert.
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| Brutnachweise |
| Jahr | '70 | '71 | '72 | '73 | '74 | '75 | '76 | '77 | '78 | '79 | '80 | '81 | '82 | '83 | '84 | '85 | '86 | '87 |
| n-Bruten | 8 | 5 | | 11 | 28 | 40 | 22 | 30 | | 22 | ' | 29 | 33 | 38 | 40 | 41 | 37 | 28 |
| Juv./Brut | 2,4 | 4 | | 2,8 | 2,7 | 2,4 | 3,6 | 3,3 | | 3,7 | 2,5 | 2,9 | 2,5 | 2,6 | 3 | 3.0 | | |
| Ausgefl. Juv. | 19 | 20 | | 31 | 75 | 94 | 79 | 100 | | 81 | 47 | 84 | 84 | 97 | 119 | 122 | |
| Tätigkeit | Bestands- aufname | | Montage der Nistkästen und Kontrollen | | Montage der Nistkästen und Kontrollen | Nur noch Kontrollen | Keine intens. Kontrollen |
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| Beringungsergebnisse und Wiederfunde |
Insgesamt wurden 1176 W. beringt. Das Alter von 83 Wiederfunden :
| Alter (gerundet) |
1 Jahr |
2 Jahre |
3 Jahre |
4 Jahre |
5 Jahre |
6 Jahre |
7 Jahre |
| Totfund |
6 |
1 |
1 |
1 |
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| ? lebend |
5 |
1 |
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| weiblich lebend |
8 |
10 |
6 |
4 |
5 |
2 |
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| männlich lebend |
13 |
9 |
6 |
3 |
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1 |
1 |
| Summe |
32 |
21 |
13 |
8 |
5 |
3 |
1 |
Wanderungen
Wasseramseln sind ausgesprochene Standvögel. Reviere werden je nach Wetterlage schon ab Mitte Januar verteidigt. Ab Ende Februar ist (wetterabhängig) mit Nestbau und ab Ende März mit dem Brutbeginn zu rechnen. Der Brutbeginn in kühlen Tälern (z.B. Wieslaufschlucht ) kann sich bis zu 2 Wochen verzögern. Während der Brutzeit werden im Revier keine Artgenossen geduldet. Flügge Jungvögel werden wahrscheinlich nur so lange geduldet, bis das Jugendkleid vermausert ist. In mehreren Fällen hielten sich Jungvögel der ersten Brut noch bis zum Ausfliegen der zweiten Brut im elterlichen Revier auf. Mit dem Selbstständigwerden wandert ein großer Teil der Jungvögel jedoch ab und hält sich während des Sommers zu mehreren (z.B. Rems bei den Lorcher Seen) an nahrungs- und deckungsreichen Abschnitten auf. Danach streifen sie (jetzt im 1. Alterskleid) umher und ersetzen ausgefallene Altvögel oder besetzen neue Reviere.
Die Brutvögel im Untersuchungsgebiet konnten zum großen Teil alljährlich kontrolliert werden. Ansiedlungen stellen sich wie folgt dar :
18 x Ansiedlung von Jungvögeln im gleichen Fließgewässersystem.
15 x Ansiedlung in anderen Fließgewässersystemen mit Überschreitung der Wasserscheide ( Filstal/Leintal)
1 x Ansiedlung eines Jungvogels im 2. Jahr am elterlichen Brutplatz.
1 x Wechsel des Brutplatzes nach Verlust der ersten Brut im gleichen Fließgewässersystem (von Wieslauf bei Rudersberg nach Lorch).
Seit 2000 wird in einem Teil des o.g. Untersuchungsgebietes wieder kontrolliert. Um Aussagen machen zu können, ist der Zeitraum noch zu kurz. Eine erste Übersicht ergab aber, dass der Bestand auf Grund fehlender Nistplätze ( im laufe der Jahre verschwanden viele Nistkästen) relativ klein ist. Im Winter 2001/2002 wurden daher etwa 30 neu Nisthilfen installiert, von denen einige 2002 bereits besetzt waren
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| Gefährdung und Schutz |
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Die Wasseramsel ist derzeit (2003) im Beobachtungsgebiet nicht gefährdet. Mit entsprechenden Nisthilfen kann die Population sehr erfolgreich gestützt und vergrößert werden (sie oben). Eine Ansiedelung an weniger geeigneten Fliesgewässern gelingt , wenn an besiedelten Gewässern ein "Populationsüberdruck" erzeugt wird.
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