Halsbandschnäpper

Ficedula albicollis

Häufigkeit im Raum SchorndorfRL
Halsbandschnäpper (Klicken zum Vergrößern, 22 kByte ) Verbreiteter, regelmäßiger Brutvogel in geeigneten Habitaten mit ausreichend vielen Nisthöhlen. Unsere Region liegt am Westrand des Verbreitungsareals und ist daher von Bestandsschwankungen besonders betroffen. Die Stärke der Populationen hängt nach unseren Erfahrungen von folgenden Faktoren ab: Ab Mitte April muss noch eine ausreichende Anzahl Nistkästen ( D/Loch mind 30 mm) zur Verfügung stehen. frühzeitige Schafbeweidung bietet eine günstige Vegetationsstruktur zur Erreichbarkeit der Nahrung und erhöht den Bestand an Beutetieren . Chemieeinsatz in den Bruthabitaten führt in der Regel zu Totalverlusten bei den Jungvögeln. In einigen Fällen mussten einzelne Jungvögel verhungern, weil die Altvögel nicht mehr genügend Insekten erbeuten konnten .
 
Im laufe der Zeit scheinen die Halsbandschnäpper unserer Region bevorzugt in künstlichen Nisthilfen zu brüten. Es gelingt jedenfalls immer seltener, eine Brut in einer Naturhöhle zu finden. Das hohe Höhlenangebot in Kontrollgebieten könnte durchaus dazu beitragen, dass Halsbandschnäpper "bequemer " werden.
 
Im Gebiet Kirchsteig / Rebberg Urbach wurde durch Dr. Löhrl (1957) eine Untersuchung zur Populationsdynamik beim Halsbandschnäpper durchgeführt. Die Fläche wird mit 11 ha benannt, die Anzahl der Nistkästen jedoch nicht. Paul Bühler arbeitete ab 1959 vermutlich auf der gleichen Fläche im Auftrag von Dr.Löhrl. In seinen Tagebüchern werden ca. 600 Nistkästen genannt. Es ist davon auszugehen, dass es sich um das gleiche Kontrollgebiet mit etwa der gleichen Bestückung handelt.
Heute werden auf fast identischer Fläche nur noch max. 5 - 8 Brutpaare gefunden.
 
In unseren Mitteilungen 2003 erschien eine ausführliche Beschreibung dieser Art.
Der Halsbandschnäpper ist stark gefährdet
Brutnachweise
Übersicht Brutpaare - Kirchsteig/Rebberg - Urbach :
Dr. Löhrl P. Bühler *)
Jahr 1949 1950 1951 1952 1953 1954 1955 1956 1959 1960 1961
Brutpaare 69 70 117 116 102 115 113 82 39
(51)
51
(66)
20
(26)
* Die Brutpaarzahlen sind beringte Bruten und wurden aus den Beringungslisten ermittelt. Erfolglose Bruten sind also nicht enthalten. Die tatsächliche Anzahl der Brutpaare dürfte etwa ca. 30 % höher liegen. Diese Zahlen sind in Klammern gesetzt.
Übersicht Brutpaare :
Gebiet 1987 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 2000 2001 2002
Buhlbronn 11 13 14 20 15 12 13 14 15 20 17 19 26 26 24 18
Horn 7 10 7 9 5 8 5
Roter Berg 1 2 0 0 2 3 0 2 1 2 2 5 5 2 2 -
Ellenberg 4 7 1 2 1 2
Rebberg 12 - - - - - - - - 13 - - - -
Zwerenberg 3 3 3 5
Steinmäurich 17 13 10 14 10 12 8 9 4 5 6 7 5 10 9 -
Holzberg 2 6 10 8 1 1 6 10 6 7 11 6 10 6 8
Hebsack - - - - - - - - - - -
Linsenberg 1 1 1 1 1 1
Lindental - - - - - - - - - -
Revierkartierung
Linientaxierung zw. Steinbach und Oberndorf:
( L: ca.3km ca. 60% Streuobst 5% Siedlungen 35 % Wald)
199419951996199719981999200020012002
Rev. Anz.012023022
Zugbeobachtungen
Erstes Datum 14.4., letztes 1.9.
Beringungsergebnisse und Wiederfunde
Bis Ende 2001 wurden 5858 Halsbandschnäpper beringt. Die Auswertung der Wiederfunde würden den Rahmen dieser Schrift sprengen. Es gibt zahlreiche Nachweise von mehrjähriger Brutplatz- und Brutgebietstreue. Einzelne Vögel erreichten ein Alter von 7 Jahren.
Fernfunde liegen bis auf BY23345, nur von den von H.Löhrl in den 50er Jahren beringten Halsbandschnäppern vor. Zusätzlich eingetragen sind weitere in B.W.beringte Halsbandschnäpper.
Ring Nummer Beringung Wiederfund
Alter am Ort am Ort Status
H 645nj23.06.55Haubersbronn06.09.55Salerno/Italienerlegt
H 695dj.12.07.55Haubersbronn03.10.55Brescia / Lombardeierlegt
H42716 ?14.06.49Haubersbronn19.08.49Mairano /SW Bresciaerlegt
H92297nj.06.06.51Haubersbronn17.05.52
29.05.53
25.04.55
Haubersbronn
Haubersbronn
Malta/Ostküste
brütet
brütet
erlegt
H92440nj.10.06.51Haubersbronn26.08.53Bergano / Italiengefangen
H92627nj.17.06.51Haubersbronn26.08.51Nö.Florenz /Italienerlegt
H136945nj. 31.05.52Haubersbronn10.08.52Neapel / Italienerlegt
H141278ad. W.05.06.53Oberurbach10.09.54Gorizia / Veneziatot gef.
H141499nj.16.06.53Haubersbronn18.07.55Padua / Italientot
K 24881nj.25.06.53Haubersbronn01.09.53Salerno / Italiengetötet
BY23345nj.06.08.98Rebberg23.04.00Polnische Grenzegetötet
Gefährdung und Schutz
Im Hinblick auf das relativ kleine Verbreitungsareal in Mitteleuropa verdienen die Populationen im Beobachtungsgebiet eine besondere Beachtung. Obwohl die Art seit einigen Jahren fast nur noch in künstlichen Nisthilfen brütet, ist die großräumige Erhaltung und extensive Nutzung unsere Streuobstwiesen der bestandsbestimmende Faktor. Aktionen, die diesem Zweck dienen müssen noch stärker gefördert und unterstützt werden. Beachten Sie auch unsere Bauanleitung.
Die Vögel des mittleren Remstals und Umgebung
Die Vögel des mittleren Remstals und Umgebung in Papierform
Die Informationen zur Häufigkeit, Brutnachweise und Zugbeobachtungen der 230 bisher im Raum Schorndorf beobachteten Vogelarten sind auch in gedruckter Form erhältlich. Eine ringgeheftete Broschüre (DIN A4, 63 Seiten) erhalten Sie gegen 8 Euro und einen mit 1,44 Euro frankierten und an Sie selbst adressierten Umschlag bei: Wolfgang Schnabel, Silcherstr. 15, 73614 Schorndorf


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